Nach Einführung von Studienbeiträgen: Studierendenzahlen gehen zurück

Medienberichten zufolge geht durch die Einführung von Studienbeiträgen die Anzahl der Studierenden stark zurück. Laut Tagesschau.de sind v.a. Frauen und Menschen aus bildungsfernen Haushalten betroffen. Als hätten wir es nicht geahnt… Interessant ist, dass eine verstärkte Abwanderung in gebührenfreie Bundesländer bisher kaum zu verzeichnen ist. Eigentlich sollte die Studie noch unter Verschluss gehalten werden, aber passend zum nationalen Bildungsgipfel sind die Ergebnisse doch an die Presse geraten. Wie Tim Schlotfeldt finde ich: Das kann kein Zufall sein, liebes Bundesministerium für Bildung und Forschung.

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7 Antworten auf Nach Einführung von Studienbeiträgen: Studierendenzahlen gehen zurück

  1. Das alles ist schon interessant. Die Studie bestätigt ja eigentlich nur das, was schon erwartet worden ist. Dennoch sind die Studiengebühren eingeführt worden, genauso wie die Exzellenzinititiative vorangetrieben worden ist. Ich glaube ja, dass die Hochschulentwicklung derzeit von einem vorgeblich neoliberalen „Groupthink“ beseelt ist…

    -Tim

  2. Lieber Tim,

    ich fürchte, Du hast recht – Bachelor- und Mastersystem könnte man hochschulseitig gleich noch mit einreihen. Ich bin gespannt, wann ein Umdenken stattfindet. Zumindest Geistes- und Sozialwissenschaftler machen ja immer wieder auf die unguten Tendenzen der „unökonomischen“ Ökonomisierung aller Lebensbereiche aufmerksam.

    Viele Grüße,

    Sandra

  3. Mich würde zunächst einmal interessieren, warum nicht Angebote von Universitäten in gebührenfreien Bundesländern genutzt werden? Außerdem würde mich interessieren, wie die Verteilung in Bundesländern mit und ohne Studiengebühren aussieht? Darüber hinaus wüsste ich gerne, ob das Studium an privaten FHs/Unis in diese Befragung einbezogen wurden? Und zuletzt hätte ich gerne noch einen generellen Überblick der (Studierenden-)Entwicklung zwischen öffentlichen und privaten FHs/Unis. – Die Studie könnte interessant sein, sobald sie vollständig veröffentlicht wurde und sie insofern überhaupt umfassend gefragt hat.

  4. Lieber Gerrit,

    Du sprichst ‚was Wahres an: Wir brauchen die Studie! Erst dann kann man ordentlich über die Ergebnisse diskutieren. Denn die Fragen, die Du hast, stelle ich mir auch, v.a. hätte ich gern gewusst, warum es nicht zur Umverteilung kommt. Angenommen, ich hätte keine Kohle, würde ich mich als Student doch als erstes danach umsehen, wo ich gute Qualität (Studieninhalte) für wenig Geld bekomme. Hier scheint es größere Hindernisse zu geben… vielleicht müssten die in Angriff genommen werden, bevor es zur Gelddebatte kommt.

    Viele Grüße,

    Sandra

  5. Und siehe da: Es wird Licht. – Wie immer der schöne Unterschied zwischen der Was-wäre-wenn-(Um-)Frage und der tatsächlichen Entscheidung. Offenbar scheinen die Studiengebühren nicht abzuschrecken. Eine sehr schöne Entwicklung.

    Smile! Gerrit – Wir sprechen Online.

  6. Habe die Nachricht gestern auch gelesen – eine schöne Entwicklung! Leider geht aus den Daten noch nicht hervor, wer im Detail mit dem Studium beginnt. Ländern mit Studienbeiträgen wird ja nicht nur vorgeworfen, dass sie junge Menschen per se vom Studium abhalten, sondern vor allem auch, dass sie bestimmte Personengruppen aus dem Kreis der Studierenden stärker als zuvor ausschließen (z.B. Arme, Migranten).

  7. Sicher, hier werden erst tiefergehende Zahlen differenzierte Informationen und Einsichten liefern. Letztendlich ist die Richtung aber schon einmal sehr erfreulich. Wenn sie jetzt in der Tendenz noch nachhaltig ist, wäre m.E. viel gewonnen.

    Ich weiß zwar nicht, ob die Studienanfängerzahl oder auch eine entsprechende Akademikeranzahl eine relevante Zielgröße für den Gesamtzustand der (Aus-)Bildung ist, in jedem Fall zeigt es aber, dass der Wert (Aus-)Bildung an sich insgesamt wohl höher angesehen wird. Sehr schön.

    Smile! Gerrit – Wir sprechen Online.

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