Zum Internet fahren

Die DSL-Verfügbarkeit oder vielmehr: Nicht-Verfügbarkeit sorgte in den letzten Tagen einmal mehr für Schmunzeleien bei den Kolleginnen und Kollegen. So musste ich mehrfach „zum Internet fahren“, was tatsächlich räumlich gemeint ist: In meiner westfälischen Heimatstadt gibt es zwar Internet, aber auf dem Land ist die Netzabdeckung bis auf Weiteres schlecht. Kleinere Datengrößen, etwa Textnachrichten, schafft das Handynetz gerade; alles, was darüber hinausgeht (etwa E-Mails mit Dateianhängen), packt es nicht mehr. An Videos oder Livestreams ist gar nicht erst zu denken. Nun könnte man eine solche Umgebung als Ort der Entspannung verbuchen und das mit dem Netz einfach sein lassen. Soll aber aus der Ferne noch ein Beitrag zu einem Artikel, einem Projektantrag etc. geleistet werden, passt das fehlende Netz so gar nicht ins Konzept: Es stört Arbeitsroutinen und fordert einen heraus, in der Zusammenarbeit mit anderen „alt bewährte“ Kommunikationswege zu finden. In diesen Zeiten irgendwie auch beschaulich, dieses Arbeiten 1.0. Nur zu wenig selbstbestimmt, sodass von bewusster Entschleunigung leider keine Rede sein kann.

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