Prekäre Beschäftigungsverhältnisse in der Wissenschaft: Impulse aus einem Workshop

Seit einer ganzen Weile beschäftigen mich Fragen von Ökonomie und Bildung und im weitesten Sinne gehört auch die Auseinandersetzung mit Beschäftigungsverhältnissen im Bildungssystem dazu: So hatte ich die Gelegenheit, vor gut einer Woche einen Workshop von wissenschaftlichen MitarbeiterInnen auf dem Bundeskongress Soziale Arbeit in Hamburg zu moderieren, der sich mit dem Prekariat wissenschaftlicher MitarbeiterInnen an Hochschulen beschäftigte. Ein solcher Workshop lässt allein durch die Titelwahl aufhorchen, denn Fragen des Prekariats werden selten(er) im Zusammenhang mit „der“ Wissenschaft gestellt, auch wenn sich hier durch strukturelle Veränderungen eine veränderte Beschäftigungspraxis mit allen Vor- und Nachteilen für den Einzelnen eingeschlichen hat. Auf die aktuellen, systembedingten Entwicklungen zu schauen, halte ich daher nicht nur aus Perspektive der Sozialen Arbeit, wo der Workshop verortet wurde, für wichtig, denn: Welche Erfahrungen bestehen mit Beschäftigungsverhältnissen in der Wissenschaft? Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten gibt es zwischen Universitäten und (Fach-)Hochschulen? Welche Perspektiven (im positiven wie im negativen Sinne) deuten sich für den einzelnen Mitarbeitenden an? Welche Möglichkeiten der Verbesserung gibt es (Personalentwicklungskonzepte an Hochschulen, bildungspolitische Ansprüche und Erwartungen)? Etc. Die Fragen zur Auseinandersetzung sind ebenso vielfältig wie die im Workshop erarbeiteten Antworten, die die prekäre Lage wissenschaftlicher MitarbeiterInnen durchaus unterstrichen: Vertragslaufzeiten sind kurz und Perspektiven bleiben einzelfallbezogen. Der Druck auf den Einzelnen bleibt allenthalben erkennbar und (bildungs-)ökonomisch ist ein solcher Status quo eher nicht.

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