„Education beyond Facebook“ oder: Medienbildung ist mehr als die Auseinandersetzung mit einem Tool

Welche Bedeutung digitale Medien in der Hochschulbildung einnehmen, steht aktuell im Mittelpunkt der Konferenz „Social Media in Academia: Research and Teaching“ (SMART 2013) in Bacau, Rumänien. Dieser Fokus ist interessant, verbindet er doch Hochschule, Didaktik und Medien miteinander und greift Fragen aus internationaler Perspektive auf, die auch in Deutschland in vielen Hochschulen präsent sind. Allerdings verdeutlicht der Titel der Konferenz auch die technologische Dimension, die mit dem Medieneinsatz an Hochschulen angesprochen wird und in Diskussionen um deren nachhaltige Implementierung oft dominiert. In unserer Keynote-Lecture haben Mandy Rohs und ich uns daher ausgehend von Facebook damit beschäftigt, ob die breitenwirksame Betrachtung und Nutzung kommerzieller Werkzeuge Auswirkungen für die Konzeption mediengestützter Lehre an Hochschulen hat. Allerdings diskutieren wir im Beitrag vielmehr „beyond Facebook“, welche unterschiedlichen Bereiche mit dem Einsatz von Facebook für Studium und Lehre berührt werden und was dies für gegenwärtige Förderpraktiken von (i.w.S.) ICT in der Hochschule heißt.

Aus dem Abstract:

„Nobody would deny how important information and communication technologies (ICT) have become for everyday life as well as for universities and, indeed, the whole range of educational requirements. But among the many and varied tools, which are used at university, one tool seems to stand out: Facebook. Because of its omnipresence in everyday life it also stirs up a radical change in the way, in which the use of ICT in teaching and learning is perceived:  instructors, learners and even the individual learning institutions are facing a student-driven approach to use social software, especially Facebook, in university teaching and learning.

We would like to give a pedagogically oriented view of students‘ media usage in relation to university practices. Examples for the integration of Facebook into teaching and learning will help to form an idea of the general potentials and pitfalls of media education in Higher Education “beyond Facebook”. The questions, which are raised as a result of an ubiquitous use of Facebook, concern the kind of media education beyond this particular social network tool. We will conclude with referring to the importance of creating an educational ambient with and about media – of going into detail and looking beyond this specific tool, which today is Facebook and which may be surpassed by a quite different tool tomorrow. Therefore, we should have a closer look at the formal and informal learning processes and, in addition, the relation between the individual, university and society in media education.“ (zu den Folien / zur Preprint-Fassung)

Obschon der Beitrag bei einem digitalen Werkzeug ansetzt, greift er weiter und betrachtet u.a. die (sozialen) medialen Handlungspraktiken aller Involvierten. Auch greift er die Frage danach auf, wofür Facebook stellvertretend steht, nämlich die Verwobenheit individuellen (Lern-)Handelns, der Medien und der Institution Hochschule. Damit einher geht ein Medienbegriff, der nicht (mehr) auf Geräte, Werkzeuge oder, allgemeiner gesprochen, Technologie fokussiert sein kann, sondern die pädagogischen Gestaltungsmöglichkeiten mit und über Medien an der Hochschule in den Vordergrund rückt. Wir sprechen daher im Beitrag von „educational ambients“, welche als  konzeptionelle Erweiterung eines konstruktivistischen Verständnisses von Lernumgebungen sowie der medienpädagogisch bzw. schulisch konturierten Medienbildungsräume verstanden werden können. So erfährt erstens die mediendidaktische Sichtweise in der Hochschuldidaktik eine Stärkung; zweitens werden normative Fragen des Hineinwachsens in und des Vermittelns von Wissenschaft unter mediatisierten Bedingungen konsequenter berührt, als dies in aktuellen Konzeptionen meist der Fall ist. Bei letzterem Punkt gilt es in Wissenschaft und Bildungspraxis anzusetzen, sei es bezogen auf die Konzeption und Gestaltung oder sei es bezogen auf Perspektiven ihrer Untersuchung.

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