Fragen, die auf Antworten warten #edex13

Im Vorfeld der Expertenreise „Online and Distance Education at U.S. Universities“ habe ich mir viele Gedanken darüber gemacht, was mich eigentlich am USA-Aufenthalt reizt und inwieweit meine Interessen mit dem gegenwärtigen MOOC-Trend in Verbindung stehen. So frage ich mich zuvorderst – und das ist sicher eine größere Frage – welche Rolle eigentlich die Universität im 21. Jahrhundert spielt. Inwieweit ist „transmission of knowlegde“, wie es die Amerikaner vielleicht nennen würden, noch aktuell? Welche Veränderungsprozesse wirken auf Hochschulen als Bildungsinstitutionen durch „digital education“ ein? Welche Idee von Lernen und Bildung verfolgen professionelle Gestalter von Lehre drüben wie hier? Bildungsbegriff und ein emanzipatorisches Verständnis von Bildung sind es auch, die zu unterschiedlichen Hochschultraditionen in Deutschland und in den USA führen. Es stellt sich also auch die Frage, was deutsche Hochschulen eigentlich aus den USA lernen können (und umgekehrt). Inwiefern können Ideen und Konzepte (nicht) einfach übertragen werden? Woran macht man Übertragungsmöglichkeiten fest? Bei allen übergeordneten Fragen interessiere ich mich genauso für praktische Konsequenzen des MOOC-Trends, denn (Medien-)Didaktik als Lehre vom Lehren und Lernen (mit Medien) hat schließlich immer beides im Blick: Reflexion des Lehrgeschehens mittels Theorien (und Empirie) sowie Praxis(-veränderung). So muss man zum gegenwärtigen (x)MOOC-Trend durchaus kritisch Stellung beziehen und nach Ursachen für die neue Beliebtheit frontal organisierter Online-Kurse fragen. Oder zeigen sich nach einer ersten Erprobungsphase sowie ambivalenten Erfahrungen nun ausgefeiltere didaktische Konzepte, dass ich mein Urteil revidieren muss? Ich werde diese (und weitere) Fragen im Kopf behalten – mal schauen, ob ich ab morgen Antworten darauf finde.

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2 Antworten auf Fragen, die auf Antworten warten #edex13

  1. Gabi Reinmann sagt:

    Hallo Sandra,
    „Es stellt sich also auch die Frage, was deutsche Hochschulen eigentlich aus den USA lernen können (und umgekehrt).“ – Warum die Klammer? 🙂 Ich finde diese Fragen des gegenseitigen Lernens nämlich ebenfalls sehr wichtig – aber die Betonung liegt auf „gegenseitig“. „Inwiefern können Ideen und Konzepte (nicht) einfach übertragen werden? Woran macht man Übertragungsmöglichkeiten fest?“ Übertragen im wörtlichen Sinne kann man wahrscheinlich wenig so ohne Weiteres (was ja schon von Uni zu Uni in einem Land oder von Lehrendem zu Lehrendem in einer Uni schwierig ist). Genau deshalb halte ich diese zweite Frage von dir für auch zentral, weil man ja gerne so tut, dass würden historische und kulturelle Faktoren keine Rolle spielen, wenn man z.B. Studienergebnisse verwendet und damit woanders Veränderungen anstoßen will.

    Ich wünsche dir eine interessante Reise und bin gespannt, welche Erkenntnisse du mitbringst 🙂
    Gabi

  2. Sandra Hofhues sagt:

    Hallo Gabi,

    ich würde mir natürlich auch wünschen, dass das Voneinander-Lernen nicht nur in der Gruppe, sondern auch anderweitig im Vordergrund steht. Vermutlich wird das aber nicht ganz gelingen. 😉
    Bisher ist die Reise aber sehr interessant und nach einem freien Tag gestern stehen heute die Inhalte im Vordergrund. Derzeit lauschen wir bspw. einem Vortrag über Connected Learning und Veränderungsprozessen von Lernen (und Bildung) im digitalen Zeitalter (siehe http://dmlhub.net/). xMOOCs werden in dem Zusammenhang sehr kritisch betrachtet – eine Perspektive, die angesichts der ganzen Euphorie auch in Deutschland äußerst angenehm ist („models driven by the technology, not by the learning“ – David Theo Goldberg).

    Liebe Grüße,

    Sandra

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