Tag 3 #edex13

Tag 3 stand wieder im Zeichen des Besuchs. So haben wir gleich in der Früh die Chance genutzt, nach San José zu fahren und an der San José State einige Beispiele für MOOCs kennenzulernen. Der Besuch machte einmal mehr deutlich, dass sich die MOOC-Bewegung in (mindestens) drei größere Diskussionen einfügt: in die Diskussion um Online-Education, wie ich gestern bereits andeutete, in die Diskussion um Open Education, was angesichts zentraler Postulate rund um die Offenheit klar scheint, sowie in die Diskussion um Hochschule und Hochschulbildung generell (auch wenn in den USA niemand von Bildung spricht). Besonders angenehm fand ich dabei, dass wir einen interessanten cMOOC für Bibliothekare („The Hyperlinked Library„) kennenlernen durften, der andere Lernziele als die bisher gezeigten xMOOCs verfolgt und viel stärker die eigene Institution als Basis für das Online-Angebot einbezog. Inhaltlich referenziert wurde u.a. auf Jenkins, der uns im Zusammenhang mit Participatory Culture ebenfalls ein Begriff sein sollte. Am Nachmittag trafen wir u.a. einen Vertreter des Sloan Consortium, der klar machte, inwiefern Medien und Medienwandel auch eine Transformation von Hochschule und Hochschulbildung anstoßen (können). Besonders eindrücklich fand ich dabei folgende Aussage von Bruce Chaloux: „The distinction between online and on campus continues to diminish and will do so rapidly in the next few years“. Die Frage nach der „‚Course-ification‘ of Learning“ stand danach im Fokus von Ralph Wolff, der der Akkreditierungsagentur WASC angehört. Der Vortrag war sehr interessant, weil er letztlich deutlich machte, vor welchem nächsten Schritt die MOOC-Bewegung steht: nämlich vor der Anerkennung der Kurse in Programmen, die auch eine Zertifizierung des Lernens ermöglichen. Ob und inwieweit dies möglich ist, scheint noch offen zu sein. Einige Konzeptpapiere zur Akkreditierung von MOOCs bieten Einblicke in gegenwärtige Diskussionen, die letztlich auch die (offenen) Fragen der Gruppe spiegeln.

Einen schönen Abschluss fand der Tag beim asiatischen Dinner, zu dem u.a. auch einige Fulbright-Studierende geladen waren. Sie boten uns abseits von Hochglanz-Präsentationen Einblick in ein Studium in den USA, was ich persönlich als sehr gewinnbringend empfand. So wurden durch die Gespräche z.B. Geschäftsmodelle im Bereich von Online-Education klar (Online-Kurse sind oft billiger zu absolvieren) und damit auch Entscheidungsprozesse der Studierenden offengelegt, die aus einer deutschen Sicht auf freie Teilnahme an Lehrveranstaltungen sicher ungewohnt sind.

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