Gute Vorsätze? Wichtige Vorhaben? Klare Ziele?

Nun ja, von allzu kleinteiligen Überlegungen um die Jahreswende, die man angesichts der Überschrift vielleicht erwarten würde, halte ich wenig. Sie werden zu schnell ad acta gelegt. Hilfreicher finde ich schon den Blick zurück auf das, was war, denn zurückzublicken heißt immer auch vorauszudenken.

2013 war für mich ein besonderes Jahr, das zunächst im Zeichen der Vertretungsprofessur in Heidelberg und damit zusammenhängenden Verpflichtungen in der Lehre stand. Dazu zählten z.B. die Übernahme von 4-5 Lehrveranstaltungen pro Semester, die Begleitung des Schulpraktikums (im Fach Deutsch) sowie die Betreuung von Masterarbeiten. Alle Aufgaben zeitgleich zu übernehmen, gehören zum normalen Pensum. Sie sind aber auch anspruchsvoll in der Umsetzung, wenn man bspw. alle Lehrangebote interessant, interaktiv und projekt- bzw. forschungsorientiert gestalten will. Ob und inwieweit mir letzteres gelungen ist, kann ich rückblickend nicht eindeutig sagen: Selbst wenn ich mich in der Lehre eher als Coach verstehe, steht Hierarchie einer Lehre auf Augenhöhe oft im Wege. Das gilt übrigens auch für Weiterbildungsveranstaltungen. Es besteht einfach Respekt gegenüber Dozierenden, und gerade in Prüfungssituationen – ich denke insbesondere an die bis dato curricular verankerten Disputationen zur Masterarbeit in Heidelberg – verfällt man schnell in klassische Verteilungen und Muster.

Forschungsseitig kamen im vergangenen Jahr einige Vorträge und Publikationen zusammen, die Interessen aus vorherigen Arbeitsstellen bündelten, neue Phänomene (bspw. MOOCs) aufgriffen oder ein Stück weit auch auf das vorausblickten, was ich jetzt in Friedrichshafen mache. So hat Hochschule/Universität über das Jahr hinweg eine wichtige Rolle gespielt, auch Medien und Organisationskultur(en) kamen wiederholt vor. Zugleich hatte ich das Gefühl, dass meine ausbalancierte Sichtweise auf die Dinge oft als „wenig euphorisch“ wahrgenommen wurde, wie es eine Teilnehmerin in einer Weiterbildungsveranstaltung formulierte. Dieser Hinweis galt speziell „den Medien“, denn von einer Mediendidaktikern wird wohl erwartet, dass man digitale Medien(-angebote) als Lösung für alles präsentiert. Dass ich hier eine pädagogische und nicht (informations- bzw. sozio-)technische Sichtweise vertrete, dürfte über das Jahr klar geworden sein, sei es in den Vorträgen zu MOOCs oder zu den (angeblichen) Edupunks, sei es als Jury-Mitglied im MOOC-Production Fellowship oder auf der USA-Reise der Fulbright-Kommission. Entsprechend habe ich mich im vergangenen Jahr viel mit dem Medienbegriff und mit alternativen Konzepten zum Lernen mit Medien auseinander gesetzt, woraus u.a. ein Workshop auf der GMW-Jahrestagung in Frankfurt zu etwaigen Leerstellen der Beschäftigung mit Medien im Kontext Hochschule resultierte (zum Workshop-Blog). Aber auch die Nachbereitung des Medienprojekts „Reflect!“, das wir ebenfalls im letzten Jahr abgeschlossen haben, deutete für Mediendidaktiker in eine ungewohnte, nämlich stärkere medienpädagogische Richtung. Die wesentlichen Ergebnisse daraus wurden im Abschlussbericht für das JFF/BMFSFJ, aber auch in zwei wissenschaftlichen Publikationen aufgegriffen und kürzlich veröffentlicht.

Ja, was noch? Die Pendelei nach Heidelberg und die Vortrags- bzw. Tagungsreisen an unterschiedliche Orte haben mich zunächst sehr geprägt; später begleiteten mich wichtige Entscheidungen.  So verbinde ich mit der zweiten Jahreshälfte vor allem eine Phase des Ankommens an der Zeppelin Universität Friedrichshafen. Und der Kreis schließt sich gewissermaßen, wenn übernächste Woche das Semester an der ZU beginnt und ich nach ersten forschungsseitigen Tätigkeiten und dem gegenseitigen Kennenlernen wieder in die Lehre einsteige. Mal schauen, was ich Ende 2014 davon berichten werde. Happy new year!

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