Was hängen bleibt… – Delegationsreise „Digitales Studium“ der #UzK

Nach vier Uni-Besuchen in Kanada und den USA und gut einer Woche „drüben“ weiß ich kaum, wo ich anfangen soll, zu berichten. Die Eindrücke der vergangenen Delegationsreise „Digitales Studium“ sind wirklich sehr vielfältig und gar nicht so digital, wie man angesichts der Reiseüberschrift meinen könnte.

So boten die unterschiedlichen Technologien, die sich für Lehre und Studium einsetzen lassen, zwar den Reiseanlass; gleichwohl kamen wir als Gruppe von +/- 11 Kolleg*innen der Universität zu Köln (UzK) unter der Leitung des Prorektors für Studium und Lehre (Prof. Dr. Stefan Herzig) immer wieder auf pädagogische bzw. (hochschul-)didaktische Fragen zu sprechen. All diejenigen, die im Feld selbst tätig sind, wird das nicht überraschen. Gleichwohl halte ich es für positiv, dass auf der Delegationsreise sowohl praktische als auch theoretisch motivierte Fragen gestellt wurden, dass Wissenschaft und Verwaltung gemeinsam reisten und dass wir mehrfach die Gelegenheit hatten, unsere Eindrücke untereinander zu teilen. Letzteres finde ich persönlich sehr wichtig, wenn die Reisetage voll sind und man die besuchten Unis hinsichtlich ihrer Ideen zum „digitalen Studium“ verorten möchte.

Für mich war es die zweite Reise dieser Art, da ich im Jahr 2013 bereits einmal mit den „Educational Experts“ (Fulbright) in San Francisco war (zu den Blogbeiträgen von damals). Insofern hatte ich (auch) den direkten Vergleich, was Entwicklungen an den Universitäten Stanford und Berkeley betrifft. Letzteres war ganz interessant, da ich beide Universitäten in diesem Jahr anders wahrgenommen habe als noch vor drei Jahren:

Von der unternehmerischen Kultur und Denkart war ich in Stanford nicht mehr besonders überrascht, im Gegenteil. Es zeigte sich einmal mehr, dass hier bottom-up-Initiativen von Lehrenden und Studierenden vor dem Hintergrund einer unternehmerischen Kultur besonders geschätzt werden. Dies gilt nicht zuletzt für Initiativen rund um das digitale Studium. MOOCs sind (im Gegensatz zu 2013) zur Normalität geworden; sie werden initiiert, um Lehre und Studium zu bereichern und ggf. vor Studienbeginn auf die spezifische Lehr-Lernkultur in Stanford aufmerksam zu machen. Die Verschränkung der MOOCs mit grundständiger Lehre und Studium ist auffällig, weil MOOCs vielerorts „nur“ zu Marketingzwecken eingesetzt werden. Darüber hinaus werden jegliche (digitale) Initiativen unterstützt, die für Lehre und Studium förderlich sind – passend zur unternehmerischen bottom-up-Kultur des Silicon Valley.

Von meinem letzten Besuch in Berkeley war ich nicht ganz so überzeugt (siehe Blogpost aus 2013). Insbesondere fehlten mir weiterführende Ideen dazu, wie MOOCs oder allgemeiner gesprochen: digitale Medien, für Lehre und Studium eingesetzt werden könnten. Seit dem letzten Besuch hat sich hier aber einiges getan: Zum einen sind sichtbare Infrastrukturen geschaffen worden, die in dieser Form vor drei Jahren nicht erkennbar waren. Zum anderen hat mir die hochschulische Strategie der Verschränkung von zentralen (Digitalisierungs-)Initiativen und dezentralen Unterstützungsangeboten äußerst gut gefallen. Die damit verbundenen Visionen und Strategien wirkten durchdacht, gemäßigt (hinsichtlich des Technologie-Einsatzes) und vor allem von unten getragen. Letzteres ist bedeutsam, da man in Berkeley nicht so deutlich auf die unternehmerische Kultur verwies wie in Stanford. Hier steht vor allem „Research“ im Fokus (was sich nicht zuletzt an sechs Parkplätzen für Nobelpreisträger*innen zeigte :D).

Die jeweiligen Lehr-Lernkulturen haben uns auch in Vancouver (Kanada), an der University of British Colombia (UBC) und der Simon Fraser University (SFU), beschäftigt. Allerdings war die Auseinandersetzung damit zu Beginn unserer Reise noch (eher) implizit. So haben wir dort vor allem versucht zu erfassen, wie an den beiden Universitäten digitale Dienste und Services organisiert werden, welche Bedeutung Bibliotheken „heute“ haben, wie hochschuldidaktische Angebote „gestrickt“ werden etc. Immerhin ging es uns um die (organisatorische) Frage, wie sich ein „digitales Studium“ realisieren lässt.

Der sehr tiefe Einblick in die UBC war gleich zu Beginn der Reise sehr hilfreich:

So wurde rasch deutlich, wie zentrale und dezentrale Dienste/Abteilungen zusammengreifen können und wie sich aufgrund der digitalen Medien auch ganz neue organisationale Strukturen ausprägen. Auffällig war, dass die gesamten Aktivitäten rund um Digitalisierung in einem Zentrum („Centre for Teaching, Learning and Technology“ (CTLT)) gebündelt wurden und dort in interdisziplinären Teams an unterschiedlichen Problemen gearbeitet wird. D.h. Hochschuldidaktiker*innen und Informatiker*innen, Mediendidaktiker*innen (Instructional Designer) und Bibliothekare usw. lösen aktuelle Probleme gemeinsam innerhalb einer (Groß-)Abteilung. Angesichts der gegenwärtigen Strukturen von Hochschule finde ich diese Zusammenlegung in Hubs bemerkenswert und dem Gegenstand angemessen; auch konnte so dezidiert über neue Aufgaben von Bibliothek (z.B. Gestaltung von Lernräumen) diskutiert werden. Die bis dato geglückte Implementierung dürfte nicht zuletzt an strahlenden und kompetenten Personen wie auch an der Verbindung von zentralen und dezentralen Strategieelementen liegen.

Am Tag darauf haben wir die SFU besucht, eine deutlich kleinere Universität mit deutlich weniger Studierenden und Budget. Gleichwohl erlebten wir hier einen starken Kontrast: So habe ich die Personen auf Arbeitsebene als sehr kommunikativ und nett wahrgenommen, was für gelungene, problemorientierte Zusammenarbeit entscheidend ist. Gerade die Medien- und Hochschuldidaktiker*innen wirkten – bezogen auf das Lösen einzelner, lehrveranstaltungsbezogener Probleme – engagiert. Der verfolgte, strategische top-down-Ansatz in der Hochschul-IT passte hierzu nur eingeschränkt, wenn man wieder das Argument der hochschulischen Kulturen heranzieht. Denn die verfolgten Strategien sollten immer auch zur eigenen Kultur passen.

Es kommt daher nicht von ungefähr, dass wir uns als Gruppe mit unseren Fragen und Interessen nach den Besuchen in Kanada neu sortiert haben und „plötzlich“ Kultur- und Implementierungsfragen an Bedeutung gewonnen haben. Die erlebten Kulturen lassen sich dabei nur schemenhaft umreißen: Keine der besuchten Universitäten glich der anderen; die größten Schnittmengen sehe ich persönlich zwischen UBC (Vancouver, Kanada) und Berkeley (Kalifornien, USA).

Wie unsere Delegationsreise schließlich (und nochmals) klar aufgezeigt hat, gibt es nicht die „one size fits all“-Lösung für die Nutzung digitaler Medien über alle Universitäten hinweg. Vielmehr zeigen sich im Detail beträchtliche organisationale Unterschiede, wie mit digitalen Medien, Medienwandel, Studierwirklichkeiten etc. umgegangen wird. Die identifizierten Gemeinsamkeiten und Unterschiede sind oft kulturell verankert und teils auch normativ geprägt. Dies betrifft im Übrigen auch, wie Studierende gesehen werden: als Lernende, als Forschende, als Kund*innen und/oder als mitgestaltende Akteure von Universität. Es zeigt sich allerdings die Tendenz, Studierende in Studium und Lehre, aber auch in hochschulische Entscheidungsprozesse als Akteure stärker als bisher zu involvieren.

Vor uns liegt nun die Aufgabe, die vielen, großen und kleinen Erkenntnisse zuhause zusammenzutragen und für unsere Zwecke zu strukturieren. Dazu gehören kleine Tool-Tipps (z.B. das in den USA beliebte Kommunikationswerkzeug Piazza), aber auch strukturelle Fragen auf unterschiedlichen Gestaltungsebenen von Universität. Sicherlich werden wir auch die drei Bildungssysteme (Deutschland, Kanada, USA) rückblickend miteinander vergleichen müssen. So sollte es möglich sein, dass nach einer solchen Delegationsreise mehr bleibt als die schöne Erinnerung daran.

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Rückblick: #GMW16

Seit wann gehst Du schon auf die GMW?* Diese Frage hörte ich in diesem Jahr in Innsbruck öfter. Sie spiegelt sicherlich das, was in den letzten Jahren auch schon zu beobachten war: viele neue Personen auf der Tagung bei gleichzeitiger Themensetzung, die zwischen Trends und Altbekanntem liegt/lag. Denn in diesem Jahr ging es um das Thema Kooperation, also ein Thema, das seit Jahren im Bereich E-Learning diskutiert wird. Doch die gezeigten Kooperationsanlässe waren zumindest teilweise neu: So gab es durchaus kooperative Szenarien zu erkunden, die in dieser Form wahrscheinlich noch nicht umgesetzt wurden oder praktisch von Relevanz sind. Seltener, aber immerhin wurden auch methodische Aspekte angesprochen, wie man nämlich Hochschulentwicklung kooperativ (oder ich würde sagen: partizipativ) mit Medien betreibt oder welche Methoden und Medien sich zur Untersuchung von kooperativen Szenarien eignen.

Wir selbst, d.h. der GMW-Vorstand, haben in diesem Jahr einen Multistakeholder-Ansatz auf der Tagung eingebracht (zum Abstract). Wir wollten durch ein Beteiligungsformat u.a. zeigen, wie man sich auf Augenhöhe mit aktuellen Trends und medialen Entwicklungen mit allen hochschulischen Stakeholdern auseinandersetzen kann. Weil wir mit so vielen Teilnehmenden – trotz Voranmeldung – nicht gerechnet haben, mussten wir dann auch improvisieren, denn: Mehr als 16 Personen können im Edupad nicht gleichzeitig schreiben und das Dokument weiterentwickeln (zum Edupad „Megatrends“). Gleichwohl brauchten wir diese Sammlung von Themen und Interessenslagen der Teilnehmenden, um eben partizipativ vorzugehen. Für alle überraschend war die Sammlung selbst, also was aus einer Gruppe von Teilnehmenden als aktuelle mediale Megatrends wahrgenommen wird.

  • So betrachten wir mit Fokus auf die Forschung vor allem Möglichkeiten zur Lehr-Lernforschung, wobei sich hinter dem Begriff die Betrachtung von Learning Analytics und technischen Untersuchungs- und Adaptionsmöglichkeiten von Lernen/Lernerfolg versteckte.
  • Mit Fokus auf die Lehre ging es (was nicht ganz überraschte) um Adaption und Automatisierungsprozesse bei der Gestaltung von Lernszenarien. Diskutiert wurde kräftig über die Widersprüche zwischen Automatisierung hier und Individualisierung dort, wenn man darin die Extreme festmacht. Gefragt wurde nicht zuletzt nach Verbindungen zwischen formalen und informellen Lernprozessen, auch in Bezug auf die Hochschullehre. Aufgrund der Schwierigkeit des Begriffs – im Hochschulkontext wird man weniger von informellem Lernen als vom selbstgesteuerten Lernen sprechen – einigten wir uns dann auf die Betrachtung unterschiedlicher Kontexte, innerhalb derer mit Medien gelernt wird. Warum dort mit Medien gelernt werden könnte, wurde nicht weiter eruiert. Wohl aber wurde die (berechtigte) Frage aufgeworfen, was wir (Lehrende, Forschende, Verwaltungsmitarbeitende, …) von den Studierenden lernen könnten. Der Blick zu den studentischen Handlungspraktiken mit Medien lag nahe.
  • Im dritten Diskussionsbereich (Verwaltung) wurde das akademische Prüfen fokussiert. Hier drängen sich aus praktischer Perspektive auf die Umsetzung unterschiedlicher Assessment-Formen lauter Fragen auf, die nur teilweise mit den „richtigen“ Tools zu lösen sind. So kamen gerade in diesem Bereich auch Ressourcen-Fragen zur Sprache sowie Themen wie die Freiwilligkeit der Beteiligung an Prüfungen und die (Selbst-)Verantwortung der Beteiligung.

Es wäre sehr interessant gewesen, an dieser Stelle tiefer in die Diskussion einzudringen, doch nach 1,5 Stunden war dann bereits Schluss. Beats Fazit in Bezug auf den Workshop lautete daher: Mediale Megatrends oder die Digitalisierung eignen sich vor allem als Anlass, über hochschulische Strukturen nachzudenken.

Nicht vermeiden ließ sich, dass zeitgleich zum Workshop des GMW-Vorstands auch unser OEP-Workshop mit Claudia Bremer, Timo van Treeck und Kerstin Mayrberger stattfand (zum Abstract). Ich habe daher nur im Vorfeld an diesem Workshop mitwirken können und das Seminar „Gestaltung und Produktion digitalen Lernmaterials“ als Beispiel eingebracht (Informationen zum Seminar lassen sich auch digital abrufen). Das Seminar im zurückliegenden Sommersemester war für mich daher passend, weil hier eigentlich auf die Gestaltung von OER wert gelegt wurde, die Art und Weise der Beschäftigung aber m.E. zu offenen Bildungspraktiken führte bzw. führen konnte. So haben viele Studierende die Gelegenheit genutzt, ihre Materialien online zu stellen – und dies unter Berücksichtigung von medienrechtlichen Aspekten. Sie selbst beschreiben in ihren Reflexionen zum Seminar, dass sie vor allem aus der offenen Auseinandersetzung mit OER ihre eigenen Schlüsse gezogen haben und Verbindungen zu anderen Lerninhalten an der Universität herstellen konnten. Ältere Studierende nutzten den Rahmen, um auch über ihr Studium und dortige Lerngelegenheiten zu reflektieren.

Eine Diskussion, die ich im Workshop gerne geführt hätte, wäre die um Art und Umfang der offenen Bildungspraktiken gewesen, denn: Wo fangen diese eigentlich an? Wo hören diese auf? Und wie unterscheiden sich herkömmliche Seminare/Lehrveranstaltungen, die offen (in Bezug auf das Ende sowie die Lernprozesse) konzipiert sind, von OEP? Ich vermute, dass Claudia und Timo hier eine Antwort anbieten können, zumindest führten einige Elemente im Workshop auf genau solche Diskussionen hin.

Der erste Tag der GMW war zugleich auch der letzte Tag, an dem ich mich wirklich inhaltlich mit Themen auseinandergesetzt habe. Danach war ich durch meine Tätigkeiten in Vorstand und Editorial Board zumeist eingebunden: in Teamsitzungen und Treffen, in informelle Gespräche und das Begleiten von Sessions als Chair. Wahrgenommen habe ich Innsbruck aber als lebendigen Ort, wo viele Fragen offen, gemeinsam und zwischen den Disziplinen diskutiert wurden. Durch die Tagungsorganisation mittels Verein (FNMA) wurden auch allerhand Österreicher*innen zum Besuch der Veranstaltung motiviert. Entsprechend häufig kamen auch Österreich-bezogene Fragen zur Sprache, z.B. rund um die Entwicklung/Veränderung in der Lehrer*innenbildung. Trotz knapper Zeitfenster blicke ich persönlich auf eine schöne GMW zurück: auf einen wundervollen Tagungsort direkt am Inn (mit Blick auf die Nordkette), eine klasse Organisation (Danke!) und anregende Orte zum Denken und Verweilen. Vor allem die gelben Sessel hätten sicherlich viele von uns gerne mit nach Hause genommen.

* seit 2007.

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Sommersemester und Sendepause

Mit dem Zurückdatieren von Beiträgen habe ich es nicht so. Aber eigentlich wäre es dafür an der Zeit, denn: Das Semesterende liegt inzwischen zwei Wochen zurück. Dennoch will ich an dieser Stelle eine kurze Notiz zum Sommersemester hinterlassen, war es doch für mich ein abwechslungsreiches zweites Semester in Köln. Gerade die Lehrveranstaltungen haben mich in diesem Semester herausgefordert. U.a. galt es, zwei komplexe inhaltliche Überlegungen ins Korsett einer semesterweisen Lehrveranstaltung zu gießen und zu planen. Herausgekommen sind eine problem- und eine forschungsorientierte Veranstaltung. Beide mit Fokus Medien, klar.

Die Seminare hätten unterschiedlicher kaum ausfallen können, da in der problemorientierten Variante primär offene Bildungsressourcen (OER) produziert werden sollten. Das Setting war entsprechend so angelegt, dass am Ende „etwas rauskommt“ (siehe OER-Blog). In der forschungsorientierten Veranstaltung ging es darum, eigenen Forschungsfragen innerhalb zweier (formaler und informeller) Kontexte nachzugehen (siehe Kontexte-Blog). Das Ende war hier, wenn man so will, offen: Natürlich kann ich Forschungsergebnisse nicht in gleicher Form vordefinieren, wie dies bei Medienprodukten der Fall ist. Dennoch haben beide Lehrveranstaltungen eine Gemeinsamkeit: Sie haben Studierende dazu angeregt, sich selbst Gedanken zu machen, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen und ihre Ergebnisse selbst zusammenzustellen und schließlich zu präsentieren. Kein Wunder, dass es für viele Studierende im OER-Seminar als riesige Wertschätzung empfunden wurde, dass gleich sechs Jury-Mitglieder „für sie“ zu Gast waren. Dass mir solche Veranstaltungen mit anderen auch viel Spaß machen, sei nur nebenbei bemerkt. Ein großer Dank daher an alle Mitwirkenden.

Auch sonst laufen die Aktivitäten in Köln langsam an. Projekte und Projektvorhaben mehren sich genauso wie die internen Aufgaben. Aber das ist auch ganz normal, denn die „Schonfrist“ des ersten Semesters ist lange passé. Besonders freue ich mich daher, dass ich im Sommersemester viele weitere Kolleg*innen kennenlernen konnte und sich so manche Idee für Kooperationen ergeben hat – nicht zuletzt im Forschungskolloquium Medienpädagogik, das ich grandios fand und wo ich auf Weiterführung mit den Kolleg*innen der TH hoffe.

Ganz praktisch werde ich ab dem nächsten Semester an der Universität zu Köln u.a. die Online-Vorlesung Unterrichten übernehmen, die – unter mediendidaktischen Gesichtspunkten – einer dringenden Rekonzeption bedarf. Grund hierfür ist die Abschaffung der Anwesenheitspflicht in Köln/NRW, die massive Auswirkungen auf Prüfungen bzw. erlaubte Assessmentformen hat. Aktuell werden noch zwei Artikel finalisiert, bis ich dann endlich in die Sommerpause gehen darf.

Mit der GMW’16 melde ich mich Ende August aus Innsbruck zurück. Bis dahin habe ich (vielleicht ;-)) auch den Tagungsband gelesen.

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Immer einen Plan B zur Hand #innolehre

Mal fällt spontan der Beamer aus, wie beim Symposium zu Innovationen in der Lehre an der Universität zu Köln (Programm-Flyer). Mal möchte die Blogfarm nicht, wie ich es für meine aktuellen Seminare gerne hätte. Beides zeigt exemplarisch, was im Kontext von (digitaler) Lehre besonders wichtig ist: nämlich immer einen Plan B zur Hand zu haben. Beim Symposium bestand dieser in der vorgezogenen Pause, um der internen Vernetzung von Lehrenden besonders viel Raum zu geben, vor allem aber das Beamer-Problem zu lösen. Im Seminar poste ich stellvertretend für die Studierenden ihre Blogbeiträge, was nicht ganz im Sinne der Erfinderin ist. Immerhin erhalten die Studierenden so aber Einblick in die Arbeitsstände der anderen Gruppen, was Ziel der Aufgabe der Berichterstattung war/ist. Wim Gijselaers von der Universität Maastricht sprach in seiner Keynote übrigens auch von der Notwendigkeit eines Plan Bs: Mit der Lehre sei es ähnlich wie mit der Deutschen Bahn. Man verfolge einen Plan und doch komme es zu Verzögerungen. Auch wenn an der einen oder anderen Stelle die Analogie mit der Bahn hinkte (z.B. als es um die Zweiklassengesellschaft in Bezug auf Präsenz- und Online-Lehre ging), funktionierte sie für den Vortrag und das Symposium prächtig. Im Verlauf des Nachmittags bis zur anschließenden Podiumsdiskussion wurde sie immer wieder bemüht oder dankend aufgegriffen.

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Ausflug nach Königswinter (mit Vortrag)

Wahrscheinlich sind es die bunten Fragen und Diskurse, die mich immer wieder zu „Ausflügen“ in andere Disziplinen ermuntern. So kam es, dass ich gestern und heute im 38. Universitätsseminar des Instituts für Wirtschaftspolitik an der Universität zu Köln mit einem Impuls zu „Offen, kollaborativ, vernetzt. Bildung im ‚digitalen Zeitalter’“ zu Gast war (zu den Folien). Inhaltlich ging es dabei darum, das Thema und aktuelle Fragen überhaupt erst einmal aufzureißen und allerhand Anknüpfungspunkte aus betriebs- und volkswirtschaftlicher Sicht aufzuzeigen. Es kommt daher nicht von ungefähr, dass wir viel über die Open-Debatte und mögliche Auswirkungen gegenwärtiger Forderungen für die Gesellschaft/Volkswirtschaft gesprochen haben. Auch kamen die unterschiedlichen Dimensionen und Ebenen von Bildung (und Politik) immer wieder zur Sprache.

Hängen bleiben wird sicherlich, warum ich die Teilnehmenden unter dem Hashtag #dialog16 zum Twittern animiert habe. So ging es ‚en passant‘ um veränderte (mediale) Handlungspraktiken, um öffentliche Wissenschaft und nicht zuletzt um Medienkompetenzen. Auch wenn ich nur einen kleinen Teil des Gesamtprogramms zur digitalen Ökonomie miterleben konnte, hat mir der Ausflug nach Königswinter in das (katholische) Haus Marienhof viel Spaß gemacht. Und die Diskussion geht weiter, Twitter sei Dank.

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Rückblick: #JFMH16

Fünf Jahre nach dem ersten ‚Jungen Forum‘ war es am letzten Wochenende wieder soweit: Das JFMH16 (= Junges Forum Medien und Hochschulentwicklung) fand statt. Nach einem Jahr Abstinenz hatte ich dieses Jahr die Gelegenheit hinzufahren – nicht zuletzt aufgrund der Überredungskunst von Mit-Ausrichter Franco Rau, der mich durch die Einbindung als Diskutantin doch zum Fahren bewegt hat.

Inhaltlich fand ich die Schwerpunktsetzung des JFMH16 ohnehin sehr interessant und gelungen: Mit dem Titel „die vermessen(d)e Bildung“ wurde ein Feld in Hochschul- und Mediendidaktik adressiert, das m.E. zu wenig diskutiert wird. So lernten wir schnell, was ‚theoretisch‘ (also vor allem technisch oder lehr-lernpsychologisch) hinsichtlich automatisierter Erhebungs- und Messverfahren alles möglich ist. Eine angeregte Diskussion schloss sich an. Die Sessions waren dann darauf angelegt, bestimmte Tendenzen in Wissenschaft und Technologie zu hinterfragen – am Beispiel der Einreichungen der Teilnehmenden selbst. Ich hatte das Glück, der Learning-Analytics- bzw. E-Portfolio-Session beizuwohnen und hier mit den Vortragenden über technische Entwicklungen (z.B. Curriculum-Crawler) und über Grenzen von Technologie (z.B. durch das Rekurrieren auf das Humboldt’sche Bildungsverständnis) zu diskutieren. In dieser Session entstanden (auch) ganz neue Projektideen, was einmal mehr Ausdruck der tollen Atmosphäre auf dem JFMH ist. Den ersten Tag rahmte – zumindest für mich – die Keynote von Thomas Damberger, der sich dezidiert dem Phänomen des „Quantified Self“ widmete. In der anschließenden Diskussion hieß es dann so schön: Der Vortrag machte jede Menge Türen auf. Mir ging es ähnlich, zumal ich viele Passungen zu seinem älteren Artikel zur Halbmedienkompetenz (wieder) entdeckt habe (siehe Blogpost von damals).

Alles in allem hat mir das Junge Forum in diesem Jahr sehr gut gefallen, auch wenn ich nur einen Tag dabei sein konnte und von Zeit zu Zeit als ‚alte Häsin‘ bezeichnet wurde. Ein ganz neues Gefühl.

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Bücherschau: Forschendes Lernen mit digitalen Medien

In den letzten Wochen sind zwei lesenswerte Bücher veröffentlicht worden, die sich auf unterschiedliche Weise (auch) mit medien- und hochschuldidaktischen Themen befassen. Das Buch „Forschendes Lernen 2.0“ ist aus meiner Sicht interessant, weil es den geisteswissenschaftlichen Zugang zu einem sozialwissenschaftlich dominierten Thema wagt. Auf diese Weise werden nicht nur Brücken zwischen unterschiedlichen Zugängen zum forschenden Lernen gebaut; es werden zugleich andere Fragen als sonst gestellt (und ihnen nachgegangen). Umso mehr freue ich mich, dass ich zusammen mit Michelle Mallwitz einen (kleinen) Beitrag zu diesem Buch leisten konnte – einen Text, überschrieben mit „forschendes Lernen zu Ende denken“. Wer mich kennt, weiß genau, was man in dem Text finden wird: U.a. beschäftigt sich der Artikel damit, wie man studentisches Publizieren als Teil forschenden Lernens begreifen könnte. Der Artikel ist für mich sehr aktuell, da sich gerade in Köln eine hochschulübergreifende Initiative zum studentischen Publizieren bildet. Darüber hinaus wird im Artikel skizziert, wie man Forschungsorientierung in Vorlesungen umsetzen könnte (ähnlich Gabis Beispiel „Kino fällt aus“) und welche Bedeutung studentische Forschungsprojekte im Kontext forschenden Lernens haben. Entsprechend geht es einerseits normativ um das „Zu Ende Denken“ forschenden Lernens, da man Studierenden ihre eigene Forschungstätigkeit in allen Lehr-Lernszenarien auch zutrauen muss. Andererseits zeigt der Beitrag auf, dass eine Kopplung mit entsprechenden Prüfungsordnungen und -szenarien unerlässlich ist. Das weiß jede*r Hochschullehrer*in aus der eigenen Lehrpraxis; die Umsetzung entsprechender Studien- und Prüfungsordnungen kommt aber nicht selten einer Sisyphos-Arbeit gleich. Ein anderes Buch, das kürzlich in Printform erschienen ist, lautet Handbuch „Informelles Lernen“. Über meinen Artikel in diesem Handbuch habe ich schon einmal berichtet, da er nach dem Beitrag informellen Lernens mit digitalen Medien in der Hochschule fragt. Auch wenn beide Beiträge in unterschiedlichen Herausgeberbänden erschienen sind, hängen sie doch zusammen: Während im ersten Beitrag vor allem die formale Seite des Studiums betrachtet wird, stehen im zweiten Beitrag letztlich eher sozialisatorische Fragen des Studierens (mit Medien) im Vordergrund. Zusammenhänge wie die skizzierten findet man zwischen Kergel/Heidkamp (2016) und Rohs (2016) zahlreich. Nicht zuletzt deswegen wünsche aufschlussreiche Lektüren zwischen dem formalen Lernen hier und dem informellen Lernen da.

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Abgeschlossenes Buchprojekt: Lern- und Bildungsprozesse gestalten #JFMH13

Der Tagungsband zum Jungen Forum Medien und Hochschulentwicklung (JFMH13) in Potsdam ist soeben als Open Access-Publikation erschienen. Auf diesen Kraftakt ein kurzes Yeah!

Hintergrund: Auf die Publikation haben wir sehr lange gewartet und über das Publizieren im Prozess sehr viel gelernt: Angefangen beim Mentoring-Prozess ‚hinter‘ der Buchpublikation über das Erscheinen des Buchs in der GMW-Reihe bis hin zu individuellen Zeitbudgets der Herausgeber*innen. Umso glücklicher sind wir jetzt, das Buch – zumindest virtuell – in Händen zu halten.

Ich wünsche viel Freude bei der Lektüre!

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Neu: Medienpädagogisches Forschungskolloquium #MPFK16

Über die Veranstaltungen in der grundständigen Lehre hinaus erproben wir ab dem Sommersemester ein weiteres (Lehr-)Format: das medienpädagogische Forschungskolloquium. Ziel des medienpädagogischen Forschungskolloquiums ist es, den wissenschaftlichen Austausch über aktuelle Themen und Fragestellungen am Standort Köln zu verbessern. Ausgangspunkt für das Kolloqium bilden daher alle Promotions- und Habilitationsvorhaben, die an den beteiligten Professuren angesiedelt sind. Überdies werden gegenwärtige Forschungsprojekte und -vorhaben diskutiert bzw. analysiert. Besonders ist sicherlich der hochschulübergreifende Zugang des Kolloquiums: So beteiligen sich insgesamt sechs Professor*innen aus Universität zu Köln und TH Köln daran.
Weitere Informationen finden sich im #MPFK16-Blog – ebenso wie Termine, Ansprechpartner*innen und was es ’sonst so’ über das medienpädagogische Kolloquium zu wissen geben könnte.

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Semesterbeginn #UzK

Seit zwei Wochen laufen die Veranstaltungen des Sommersemesters. Ich selbst biete im SoSe zwei Lehrveranstaltungen in der grundständigen Lehre der Universität zu Köln (UzK) an. Ausgehend vom interdiszipilinären Bachelor- (und bald Master-) Studiengang Intermedia sind diese Veranstaltungen auch für andere Studiengänge geöffnet (z.B. Erziehungswissenschaft, Frühförderung, Bildungswissenschaften). Kern beider Veranstaltungen sind ‚typische‘ mediendidaktische Herausforderungen und Probleme:

  • Die eine Veranstaltung nimmt speziell die Gestaltung und Produktion digitalen Lernmaterials in den Blick, wobei mir die Diskussion über und mit OER in diesem Seminar besonders wichtig ist. So ist Ziel der Veranstaltung, sich kritisch mit der gegenwärtigen Lernmaterialgestaltung auseinanderzusetzen, die OER-Debatte in Bezug zu anderen, eher schulpädagogischen Diskursen der Lernmaterialproduktion zu setzen und über die Analyse hinaus selbst Lernmaterial für einen frei gewählten, formalen oder informellen Kontext zu gestalten.
  • Die Kontexte sind es auch, die im Fokus meiner zweiten Lehrveranstaltung stehen: Im Fokus der (eher) forschungsbasierten Veranstaltung steht das Analysieren und Hinterfragen eines formalen und eines informellen Kontexts. Jeweils die Hälfte des Seminars setzt sich mit dem einen (bzw. dem anderen) Kontext auseinander, sodass alle wechselseitig von den Ergebnissen profitieren und sich wichtige Fragen bzgl. der Kontext-Gestaltung aus dem kontrastierenden Vorgehen ergeben.

Auf beide Lehrveranstaltungen freue ich mich sehr, weil sie inhaltlich aktuelle mediendidaktische Fragestellungen aufgreifen und Studierende durch ihr eigenes Tun zum Fragen (und damit Forschen) anregen. Die Seminare werden überdies durch Blogs begleitet, die – wie gewohnt – öffentlich zugänglich sind und von außen verfolgt werden können (zum Kontext-Blog; zum OER-Blog). Über Kommentare zu den einzelnen Blog-Beiträgen und Feedback jeder Art freuen wir uns natürlich sehr.

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