2. w.e.b.Square-Tagung: more Infos

Da unsere Pressemitteilung seit gestern online ist, will ich die Gelegenheit nicht versäumen, selbst auch auf die 2. w.e.b.Square-Tagung am 16. Januar 2009 (14.30 Uhr, Raum 1005, Geb. L1) hinzuweisen. Die studentische Tagung widmet sich dieses Mal dem Thema „Open University oder: die Zukunft der Hochschule“ (ich hatte an anderer Stelle bereits berichtet). Zu dem Konzept der w.e.b.Square-Tagungen gehört es, dass die Studierenden nicht nur die Veranstaltung selbst organisieren, sondern auch, dass sie mit ihren Vorträgen im Mittelpunkt des Events stehen. So werden sie in drei Sessions über Open Educational Resources, Web 2.0 und informelles Lernen bzw. über Hochschulen im Wettbewerb berichten und damit nahtlos an die Diskussionen auf der letzten GMW-Tagung anknüpfen. Für interessant halte ich dabei die Studierendenperspektive auf das Thema, stehen sie doch im Zentrum aller hochschuldidaktischen Überlegungen rund um OER. Besonders freue ich mich auch über die Zusagen von Gabi und Tom, die die Veranstaltung durch ihre Keynote-Vorträge abrunden. Bis es aber soweit ist, gibt es noch einiges zu organisieren…

Studierende müssen sich einmischen

Passend zu meinem Eintrag von gestern findet sich heute ein Interview mit Michael Bürsch in der Zeitschrift des deutschen Studentenwerks (ab S. 10). Kernaussage: „Studierende müssen sich einmischen.“ Die vom SPD-Politiker erhobenen Forderungen zur Partizipation von Studierenden sind spannend und mit Blick auf die derzeitigen Entwicklungen an der Hochschule berechtigt. Er zeigt etwa auf, dass man ehrenamtliches Engagement von Studierenden curricular anbinden und damit in Form von Credit Points „bezahlen“ könnte. Allerdings wissen wir auch: Forderungen sind zunächst nichts anderes Wunschvorstellungen. Mal abwarten, was sich davon tatsächlich realisieren lässt.

Partizipation von Studierenden… oder was passiert, wenn man sie nicht abholt

Spätestens seit unserem letzten GMW-Workshop wissen viele von Euch, dass die Partizipation von Studierenden im MuK-Studiengang groß geschrieben wird. Uns gelingt es ganz gut, die Studierenden in unterschiedliche Prozesse zu integrieren oder mit ihnen über neue (studiengangsrelevante) Themen zu diskutieren. Einen großen Anteil daran hat die Fachschaft Medien und Kommunikation, die von Beginn an zwischen Lehrenden und Studierenden vermittelt. Ich selbst war lange genug „Fachschaftstante“, um sagen zu können, dass die Kommunikation wirklich ausgesprochen gut funktioniert und die Studierenden in alle Prozesse einbezogen werden. Es ist dabei ganz natürlich, dass nicht jeder Wunsch von Studierendenseite berücksichtigt werden kann, aber Meinungen werden ge- bzw. erhört und das ist mir (aus der einen und aus der anderen Perspektive) wichtig. Da wir einen fruchtbaren Austausch gewohnt sind, regen mich Meldungen wie diese aus Hohenheim auf. Gar nicht mal so, weil ich die Wunschengelaktion gewöhnungsbedürftig finde. Vielmehr ärgert mich, wenn ich lesen muss, dass der Hohenheimer AStA öffentlich gegen die Aktion interveniert. Ich bin mir natürlich voll und ganz bewusst, dass Medien kleine Probleme zu großen machen, aber im Kern bleibt ein Problem bestehen, das auch hier wieder sichtbar wird: Universitätsvertreter suchen den Austausch mit den Studierenden zu selten und zu oberflächlich, insbesondere auf der Fakultäts- und Universitätsebene. Verbesserte Kommunikation würde nicht nur dafür sorgen, dass schlechte Presse ausbleibt, sondern dass man zu sinnvollen (Insel-)Lösungen kommt. Schließlich sind weder Fachschaften noch ASten auf Krawall getrimmt, solange man sie wie gleichberechtigte Partner behandelt. Das erfordert aber ein Umdenken an den Hochschulen, was bisher auf breiter Ebene noch nicht stattgefunden hat und angesichts von mehr „Kundenorientierung“ eine der nächsten großen Herausforderungen wird.