Von Hurenkindern und Schusterjungen

Nein, ich wechsle nicht das Metier. Ich mache mir nur hin und wieder den Spaß, Textdokumente zu layouten, gern auch mit gesonderten Programmen (meist Adobe InDesign) zu setzen. Dabei sollte man tunlichst vermeiden, im Fließtext Sätze allein stehen zu lassen – jedenfalls dann, wenn sie am Anfang oder am Ende einer Seite zu finden sind. Denn das sind so genannte Hurenkinder bzw. Schusterjungen. Woher die Namen kommen, weiß ich ehrlich gesagt nicht… und Wikipedia auch nicht. Aber sie sollen wohl daran erinnern, dass es einfach unschön aussieht, wenn Sätze einsam stehen. Seht selbst:

Beispiel für Hurenkinder und Schusterjungen(c) Rainer Zenz, publiziert unter GNU FDL Lizenz

Ich bin übrigens der Meinung, dass man einfache Gestaltungsgrundsätze auch gut für Seminar- und Abschlussarbeiten bzw. für andere wissenschaftliche Arbeiten berücksichtigen kann. Viel von dem erledigen Textverarbeitungsprogramme wie Word bereits selbst, aber ein geschulter Blick schadet nie. 😉

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4 Antworten auf Von Hurenkindern und Schusterjungen

  1. Timo sagt:

    …aber der Merksatz bei Wikipedia könnte eine Erklärung sein, auch wenn man das mal sprachgeschichtlich nachschauen könnte:

    „Als Hilfe zur Unterscheidung dieser zwei typografischen Fehler dient folgender Merkspruch: Ein Hurenkind weiß nicht, wo es herkommt, ein Schusterjunge nicht, wo er hingeht.“ Genau wie die entsprechenden Sätze auf den Seiten…wenn man sie personalisieren möchte ;).

    Aber schon krass, dass diese Ausdrücke noch verwendet werden, pc sind sie ja nicht gerade.

    Beste Grüße

    Timo

  2. Hi Timo,

    stimmt – politisch korrekt ist was anderes 😉
    Aber außer Witwen/Waisen habe ich bisher tatsächlich keine Synonyme aufgetan.

    Viele Grüße,

    Sandra

  3. Jan sagt:

    Ich habe Hurenkinder und Schusterjungen in meinem ersten Praktikum bei der Zeitung kennengelernt. Schusterjunge klingt wie bei Wikipedia als „Lehrjunge eines Schuhmachers, der in seiner Arbeitskleidung reparierte Schuhe an die Kundschaft auslieferte und dies mit Humor und lustig pfeifend tat“ beschrieben nicht einmal despektierlich.

  4. Hallo Jan,

    stimmt, der Schusterjunge ist nicht so dramatisch… die Hurenkinder dafür umso mehr 😉

    Viele Grüße,

    Sandra

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