Erschienen: Statement zu MOOCs

In einem Interview zum Online-Lernen wurde ich kürzlich damit zitiert, dass ich zwangsläufig an der Institution Hochschule festhalten muss, damit ich meinen Job behalte. Sicherlich ist es so, dass auch Wissenschaftler/innen ihr Geld von einem Arbeitgeber (in unserem Falle meistens dem Land) beziehen. Dennoch sollte es möglich sein zu beobachten, welcher Wandel mit Online-Lernangeboten an der Hochschule vollzogen werden kann – und welcher aufgrund von Traditionen und Erfahrungen mit 20 Jahren WWW (eher) nicht. Insofern bin ich froh, dass ich in der aktuellen Ausgabe der DUZ die Möglichkeit hatte, ein eigenes Statement zum Online-Lernen einzubringen – zu MOOCs, denn die Massiven Offenen Online-Kurse stehen dieses Mal im Fokus der Zeitschrift. Aufgrund aktueller Entwicklungen in den USA, aber auch in Deutschland frage ich mich in meinem kurzen Text, ob MOOCs nicht öffentlichkeitswirksame Cash Cows sind, die gerade hohe Aktualität besitzen, aber eben ein endliches Phänomen sind bzw. sein müssen, denn: „… wenn sie wie in den derzeitigen Konzeptionen von kommerziellen, nicht von pädagogischen, didaktischen oder hochschulischen Interessen getrieben werden, haben sich MOOCs ihre Grenzen selbst gesetzt.“ Ich bin daher sehr gespannt, wie sich das Phänomen weiter entwickelt und ob wir den im Statement anvisierten, notwendigen „Dreh“ zum Pädagogischen künftig hinbekommen.

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3 Antworten auf Erschienen: Statement zu MOOCs

  1. Frank Vohle sagt:

    Liebe Sandra,

    so richtig finde ich dein Statement im verlinkten Text nicht, bin ich blind?

    Zu deinem Zitat: … „wenn sie wie in den derzeitigen Konzeptionen von kommerziellen, nicht von pädagogischen, didaktischen oder hochschulischen Interessen getrieben werden, haben sich MOOCs ihre Grenzen selbst gesetzt.“ Da ist er wieder, der Widerspruch: kommerziell (böse) Interessen auf der einen Seite und (gute) pädagogische Interessen auf der anderen Seite.

    Liebe Kollegin (im Geiste), so kommen wir nicht weiter :-). Wie war das noch mit Ökonomie UND Bildung? Ist es wirklich sinnvoll, wieder den Graben zu spannen? Hier der (böse) Kommerz, dort die (gute) Pädagogik/Didaktik? Früher hatte man es ja leichter, da konnte man noch eher sagen: Alles was sich außerhalb der Uni bewegt ist kommerziell getrieben, alles was drin ist, schreibt sich die Erkenntnis auf die Fahne. Nur wenn die Unis selber unternehmerisch handeln müssen oder wollen (Drittmittel, Exzellenz, Stiftungslehrstühle, Weiterbildungszentren for profit), wenn Unternehmen umgekehrt „gemeinnützig“ werden, dann ist das mit der Grenze in der Realität nicht mehr so leicht, da mischen sich die Interessen, manchmal bis zur Unkenntlichkeit (das was draufsteht, ist nicht drin und das was drin ist, steht nicht drauf).

    In welche Richtung darf man also schauen, wenn es um „nachhaltige“, „intensive“, „gut betreute“, „hochinteraktive“ etc. Lernangebote geht? Ich weiß es auch nicht, aber die Brille kommerziell-didaktisch passt nicht. Vielleicht ist es eben auch gar kein Widerspruch, vielleicht treibt das kommerzielle Interesse die Didaktik zur Höchstform und die Didaktik gibt dem Kommerziellen eine Richtung. Wer Innovationen will, der sollte jedenfalls keine Ressource außen vor lassen.

    Grüße dich! Frank

  2. Oliver Tacke sagt:

    Ich teile deine kritische Betrachtung. Wenn du aber einen Vergleich zum Produktlebenszyklus aus der BWL ziehst, dann bin ich mir nicht sicher, ob es sich wirklich schon um Cash Cows handelt. Das Wachstum scheint in der Tat sehr hoch zu sein, aber sind es die Erträge wirklich auch, so dass sie die Investitionskosten übersteigen?

  3. Sandra Hofhues sagt:

    Lieber Frank,

    leider gibt es an dieser Stelle nur den kurzen Auszug mit Zitat. Das Zitat mag nun auf das Gute hier, das Böse da hindeuten, und das meine ich gewiss nicht. Ich will vielmehr dazu anregen, dass man sich über Sinn und Zweck der MOOCs (wie bei allen anderen Medien-Angeboten auch) seitens der Hochschule Gedanken macht und sie nicht per se, d.h. unhinterfragt für gut oder schlecht befindet. Das hat zur Konsequenz, dass man andere Treiber hat/braucht als bloße (!) betriebswirtschaftliche Interessen.

    Lieber Oliver,

    für mich sind MOOCs Online-Kurse, die zwar ein paar Spezifika aufweisen, aber eben modifizierte „Bekannte“ sind. Daher kann man sie recht gut melken, da man sie nicht vollständig neu erfinden muss und Investitionen „quer“ anrechnen kann.

    Liebe Grüße,

    Sandra

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