Es sind wohl die KI-Themen, die das Jahr auch aus medienpädagogischer Sicht prägten, mal enger an Fragen des maschinellen Lernens oder der Algorithmizität geknüpft, mal weiter im Sinne eines ‚umbrella terms‘ für einen sich mehr oder minder schleichend vollziehenden Wandel der (Geistes-)Wissenschaften selbst. Themen, aber auch damit zusammenhängende Diskussionen werden viele sicher kennen, die sich im Feld der Medienpädagogik und Erziehungswissenschaft mit Digitalität und Bildung befassen – Ende (noch) offen, möchte man meinen. Ins allgemeine Getöse rund um KI passen dann noch Zeitungsartikel, die (wie hier in der Süddeutschen) auf veränderte Praktiken entlang der Mediennutzung und -aneignung verweisen.
All das haben wir im zurückliegenden Forschungskolloquium zum Anlass genommen, danach zu fragen, wie „KI“ unterschiedlicher Couleur Einfluss nimmt auf die eigene wissenschaftliche Arbeit, aber auch darauf, wie sich eine postdigitale Wissenschaftspraxis darstellen könnte. Unter den Leitfragen, was sich wieder ändern sollte oder auch, was schlicht ‚weg‘ könnte, haben wir dann schließlich über Fragen diskutiert, die über KI im engeren Sinne auch hinausgehen, etwa über ‚Publish or Perish‘ als Prinzip, das die Nutzung von KI triggern dürfte, die allenthalben sichtbare Praxis der sogenannten KI-Leitlinien wie auch konkreter Lehr-Lern-bezogener Fragen, wenn sich Vermittlungsfragen nämlich interessanterweise nunmehr öfter wieder auf das Was (weniger auf das Wie) konzentrieren.
Nicht von ungefähr kam, dass wir auch Fragen von Autor*innenschaft (etwa auch im Lichte von Barthes) in den Fokus nahmen. Spannend wars so kurz vor den Feiertagen!