Vom ‚umbrella term‘ zur postdigitalen Wissenschaftspraxis

Es sind wohl die KI-Themen, die das Jahr auch aus medienpädagogischer Sicht prägten, mal enger an Fragen des maschinellen Lernens oder der Algorithmizität geknüpft, mal weiter im Sinne eines ‚umbrella terms‘ für einen sich mehr oder minder schleichend vollziehenden Wandel der (Geistes-)Wissenschaften selbst. Themen, aber auch damit zusammenhängende Diskussionen werden viele sicher kennen, die sich im Feld der Medienpädagogik und Erziehungswissenschaft mit Digitalität und Bildung befassen – Ende (noch) offen, möchte man meinen. Ins allgemeine Getöse rund um KI passen dann noch Zeitungsartikel, die (wie hier in der Süddeutschen) auf veränderte Praktiken entlang der Mediennutzung und -aneignung verweisen. 

All das haben wir im zurückliegenden Forschungskolloquium zum Anlass genommen, danach zu fragen, wie „KI“ unterschiedlicher Couleur Einfluss nimmt auf die eigene wissenschaftliche Arbeit, aber auch darauf, wie sich eine postdigitale Wissenschaftspraxis darstellen könnte. Unter den Leitfragen, was sich wieder ändern sollte oder auch, was schlicht ‚weg‘ könnte, haben wir dann schließlich über Fragen diskutiert, die über KI im engeren Sinne auch hinausgehen, etwa über ‚Publish or Perish‘ als Prinzip, das die Nutzung von KI triggern dürfte, die allenthalben sichtbare Praxis der sogenannten KI-Leitlinien wie auch konkreter Lehr-Lern-bezogener Fragen, wenn sich Vermittlungsfragen nämlich interessanterweise nunmehr öfter wieder auf das Was (weniger auf das Wie) konzentrieren. 

Nicht von ungefähr kam, dass wir auch Fragen von Autor*innenschaft (etwa auch im Lichte von Barthes) in den Fokus nahmen. Spannend wars so kurz vor den Feiertagen!

Hybride Lebenswelten 

Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift Schüler_innen widmet sich hybriden Lebenswelten und versammelt vor diesem Hintergrund allerhand wichtige Positionen, die mitunter auch im Widerstreit zueinander stehen. Neben unterschiedlichen medienpädagogischen Relevanzsetzungen wird in dem Zusammenhang auch die Zukunft des Lernens adressiert – einem gewiss wichtigen Thema, das aber noch viel mehr eins verdeutlicht: unser aller Sehnsucht danach zu wissen, wie das Lernen in der Zukunft vonstatten gehen könnte.

Wie ich dieser Ungewissheit als Wissenschaftlerin begegne, habe ich in meinem zweifelsohne kurzen Beitrag zur Zukunft des Lernens mit KI gezeigt. Wie selbstverständlich eignete ich mir hierfür ChatGPT an, hinterfrage aber nicht weniger deutlich, welche Ausschnitte von Lernen und Bildung mir auf diese Weise innerhalb eines Social Bots als Interface präsentiert werden. Herausgekommen ist dabei ausnahmsweise ein ‚geschlossener‘ Beitrag. Interessierte können mich daher gerne für eine Vorversion anschreiben. 😉

Hofhues, S. (2023). Regenerate Response. Die Zukunft der Bildung mit KI diskutiert. SCHÜLER. Hybride Lebenswelten. 14-15.