Unterwegs mit der „akademischen Bohème“ #Lesetipp

„Ich denke, also fahr ich“, lautet die Überschrift eines sehr aktuellen Berichts in der Wochenzeitung DIE ZEIT. Geschrieben wurde er von einem Juniorprofessor, der – wie so viele Akademiker_innen – zwischen Lebens-/Wohnort und Arbeitsort pendelt. Aus Prinzip gewissermaßen, weil das Umziehen aus seiner Sicht anstrengend ist (zum Artikel).

Jede_r im akademischen Kontext weiß sofort, wovon er spricht. Denn mit der Entscheidung für Wissenschaft und Universität fällt letztlich auch die Entscheidung, anders als so manch andere_r Arbeitnehmer_innen durch die Gegend zu ziehen oder generell auf Achse zu sein. Auch fallen viele dienstlich bedingte Reisen an – sofern man möchte. Man kann genauso bewusst Bahn fahren und hier die eigenen Denkräume suchen. Denn nicht selten entstehen beim Bahnfahren die besten Ideen. Das habe ich selbst schon oft genug festgestellt.

Deshalb: Lesetipp!

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Ausschreibung: Wohin reisen Sie? #medida15

„Viel mehr als Deine Vorlesung wirst Du im ersten Semester nicht machen,“ hieß es im letzten Jahr kurz vor Start meiner Zeit an der Universität zu Köln. Ein Stück weit hat sich der Ausspruch bewährt – nur anders: Mit meiner ersten Vorlesung begann auch das Feilen und Basteln am forschungsorientierten Vorlesungskonzept. Untrennbar dazu gehört für mich das Instrument der Forschungspost. Hier schreiben meine Tutorin Sabrina und ich über die Erfahrungen mit dem (studentischen) Forschen und bieten Studierenden Anlässe, über ihre eigenen Wege (und Irrwege!) durch die Forschung zu reflektieren. Weil unsere Post aus der (studentischen) Forschung unter den Studierenden, die sie wirklich lesen, gut ankommt, soll die Idee künftig ausgeweitet werden (siehe Ausschreibung – wohin reisen Sie?). Die erste, „rein“ studentische Forschungspost ist sogar schon in Arbeit… .

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Zeit für… einen (knappen) Jahresrückblick

Zu Jahresende werden viele Abhandlungen über die Zeit geschrieben. Zeit, die (zu) schnell vergangen ist, Zeit, die man nicht (mehr) hatte, Zeit, die plötzlich da war oder doch ausgegangen ist, Terminstress, … Zeit scheint also Jahr für Jahr ein wichtiger, aber auch limitierender Faktor zu sein. Ich bin daher froh, dass ich im letzten Jahr viel Zeit hatte: Zeit, um mich inhaltlich zu orientieren und meine Interessensbereiche in der Forschung klar(er) abzustecken. Zum Beispiel auf den medienpädagogischen Tagungen in Innsbruck und Aachen, die bei dieser Orientierung deutlich geholfen haben. Später im Jahr ging es dann darum, eine nicht ganz unwesentliche Entscheidung zu treffen. Viel Zeit blieb dafür nicht, aber immerhin genügend, um mich mit der neuen, damals noch potenziellen Organisation auseinanderzusetzen und auch im Kopf ein paar Mal umzuziehen. Das Ergebnis ist bekannt. Seit September bin ich Juniorprofessorin für Mediendidaktik/Medienpädagogik an der Universität zu Köln. Die Eindrücke rund um die neuen Aufgaben und die neue Organisation sind vielfältig und auch gewaltig. Vor allem Fragen im Kontext von Massenuni, Bologna und Zeit(-ökonomien) schwirren mir im Kopf herum – nicht zuletzt wegen meiner forschungsorientierten Vorlesung „Einführung in die Mediendidaktik“. Wie kann man Forschungsorientierung eigentlich in einer Massenuni umsetzen? Wie tragen forschungsorientierte Vorlesungen dazu bei? Einige Antworten auf die Fragen habe ich schon gefunden. Systematischer werden sie im neuen Jahr zur Verfügung stehen. Vor meinem Wechsel nach Köln ist auch viel Zeit in Publikationstätigkeiten geflossen. Darüber hatte ich an anderer Stelle schon geschrieben. Nach und nach erscheinen nun die Texte; auch der Tagungsband zum #JFMH13 ist in den letzten Zügen. Jetzt heißt es, die verbleibende Zeit im Jahr sinnvoll für mich zu nutzen – denn mit dem neuen Jahr kommen gleich neue zeitliche Verpflichtungen auf mich zu. Der Umzug nach Köln (endlich!) ist eine davon, aber auch auf die Teilnahme am Jahresprogramm von Lehre n freue ich mich sehr.

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Apropos… Forschungspost

In größeren Lehrveranstaltungen ist es in der Regel schwierig, alternative Lehr-Lernkonzepte umzusetzen. In meiner aktuellen Vorlesung wage ich es aber doch – zumindest in Teilen, da ich sie trotz oder gerade wegen der großen Studierendenzahl forschungsorientiert gestaltet habe. D.h. aktuelle Forschungsergebnisse und die Diskussion darüber spielen in der Veranstaltung genauso gut eine Rolle wie eigenes Forschungshandeln der Studierenden. Zu ihrer Begleitung kommt – neben einem „just-in-time“-Tutorium – u.a. die Forschungspost zum Einsatz. Just erschienen ist Forschungspost 02: Dieses Mal geht es um  Reisevorbereitungen… lest selbst (Überblick | Direktlink).

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Medien – Lernen – Hochschule: zwei neue Artikel

Über den Sommer sind gleich mehrere Artikel entstanden, die sich mit dem forschendem Lernen und/oder dem Lehren und Lernen mit digitalen Medien befassen. Zwei der Artikel sind nun „druckfrisch“ erhältlich:

So ist a) das Handbuch „Informelles Lernen“ von Matthias Rohs in großen Teilen erschienen, in dem ich einen Text zum informellen Lernen mit digitalen Medien an der Hochschule besteuern durfte. Neben generellen Überlegungen zum informellen Lernen an der Hochschule stelle ich vier Beispiele vor, die aus meiner Sicht typisch dafür sind, wie informelles Lernen formales Lernen in und an Hochschulen ergänzt. Auch komme ich zu dem Schluss, dass informelles Lernen an Hochschulen vor allem als selbstgesteuertes Lernen gefasst wird – eine Engfassung, die sich durch den spezifischen Bildungskontext und primäre Bezugsdisziplinen in der Diskussion ergibt. Es kommt daher nicht von ungefähr, dass ich auch (nicht ausschließlich) vom informellen Lernen die Brücke zum forschenden Lernen baue.

Darüber hinaus findet sich b) in der aktuellen DUZ ein knapper Text zur Forschungsorientierung im Studieneingang. Zusammen mit Grit Würmseer gehe ich hier der Frage nach, wie forschendes Lernen in all seinen Facetten im Studieneingang möglich ist. Wir orientieren uns dabei, wie in der Diskussion um forschendes Lernen durchaus üblich, am Forschungskreislauf und benennen Optionen für forschendes Lernen, die sich entlang dieses Kreislaufs ergeben. In der Online-Version wird der Beitrag auch mit der Forschungspost verlinkt, die in meiner forschungsorientierten Einführungsvorlesung derzeit als ein Instrument zur Unterstützung forschenden Lernens im Massenstudium genutzt wird.

Interesse an den Beiträgen? Der DUZ-Beitrag wird mit Erscheinen der Ausgabe 12 auch online verfügbar sein; o.g. Handbuch-Artikel ist leider nur über Springer VS verfügbar (Link).

Quellen:

  • Hofhues, S. (2015). Informelles Lernen mit digitalen Medien in der Hochschule. In M. Rohs (Hrsg.), Handbuch Informelles Lernen (S. 1–14). Heidelberg: Springer VS (Beitrag).
  • Würmseer, G. & Hofhues, S. (2015). Ins Forschen hineinwachsen. Deutsche Universitätszeitung DUZ. 11, 77–79.
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Geblendet (von der Morgensonne) #medida15

Eine ganz neue Erfahrung: morgens um kurz nach 7 Uhr die Bahn zu nehmen, um ab etwa halb Acht den Laptop aufzuklappen und sich (gedanklich) auf die kommende Vorlesung einzustimmen. Etwa so wird in den kommenden Wochen jeder Mittwochmorgen für mich aussehen: Zwischen Acht und halb Zehn findet dann meine Einführungsvorlesung in die Mediendidaktik im großen Hörsaal 4 der Humanwissenschaftlichen Fakultät statt. Vor Vorlesungen wie diesen, die für viele Studiengänge an der Universität zu Köln geöffnet sind und große Studierendenzahlen ansprechen, habe ich als Lehrende durchaus Respekt. So gilt es für rund 270 angemeldete Studierende Inhalte auszuwählen, die ich für eine heterogene Gruppe als angemessen erachte, und eine interessante Form für die Vorlesung zu finden, die auch zum Kommen und Mitmachen einlädt.

Im Vorfeld habe ich mir daher viele Gedanken um diese Veranstaltung gemacht und ein Konzept entwickelt, das durch Forschungsorientierung gekennzeichnet ist. Weil speziell die Betreuung in forschungsorientierten Vorlesungen anspruchsvoll ist, setze ich – passend zum Thema – unterschiedliche digitale Ressourcen (LMS, internes Wiki, Blog, Twitter) ein. Zudem gibt es eine Online-Sprechstunde durch die involvierte Tutorin Sabrina. Zur direkten Ansprache der Studierenden dient Sabrina und mir vorwiegend ein narratives Instrument: Wir schreiben ab sofort regelmäßig ‚Forschungspost‘ an die Studierenden. Damit meinen wir einen (offenen) Brief zur Forschungsorientierung, der an den Stellen zum Einsatz kommt, wo die Forschungsorientierung den Studierenden zu schaffen machen könnte. Die erste Forschungspost ‚gute Reise‘ steht daher auch seit Vorlesungsbeginn online.

Ich bin schon sehr gespannt, wie das forschungsorientierte Vorlesungskonzept in Gänze aufgeht und freue mich sehr, dies auch im Rahmen von Lehre hoch n im Jahresprogramm 2016 reflektieren zu dürfen. Aber auch die (frühe) Vorlesungszeit hält einige Herausforderungen für mich parat. Denn pünktlich zur Mitte der Vorlesungszeit werde ich künftig geblendet: von der aufgehenden Morgensonne beim Blick ins Plenum. Natürlich werte ich dies als positives Zeichen – und stelle mich pragmatisch auf die andere Seite des Hörsaals.

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Studentisches Publizieren: eine (schöne) Initiative mehr

Initiativen rund um das studentische Publizieren sind nach wie vor rar (zur Sammlung mir bekannter Initiativen). Meist wird davon ausgegangen, dass Studierende noch nicht so weit sind, ihre Beiträge in der und für die wissenschaftliche Community zu veröffentlichen. Mitunter wird das Veröffentlichen auch nicht als Teilschritt forschenden Lernens verstanden. Umso erfreulicher ist es, dass mit dem „Wilhelm“ die erste Ausgabe eines neuen studentischen Magazins vorliegt. „Der Wilhelm“ geht, wie es der Name schon andeutet, auf Wilhelm von Humboldt und die mit ihm verbundene Bildungsidee zurück. Initiator_innen sind Studierende an der Zeppelin Universität, die sich und ihrer studentischen Forschung im sog. Humboldt-Jahr ein Gesicht verleihen wollten.

Ich finde die Initiative prima, steht sie doch ganz im Zeichen einer konsequenten Forschungsorientierung und zeigt, dass studentisches Publizieren prinzipiell „geht“. Auch sehe ich sie im größeren Zusammenhang der undergraduate research journals, wie sie an U.S.-amerikanischen Universitäten längst stärker verbreitet sind. Persönlich gratuliere ich den Studierenden daher sehr, dass sie den Wilhelm nun in Händen halten dürfen und hoffe, dass Ausgabe 2 nicht allzu lange auf sich warten lässt. Dafür drücke ich aus der Ferne fest die Daumen.

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Vortrag: ‚Digitalisierung’: Herausforderung für Bildung und Hochschulen? #dk15

Digitalisierung – ein Phänomen, das derzeit in der öffentlichen Debatte in aller Munde ist und bildungs- und wissenschaftspolitisch aufgegriffen wird. So kommt es nicht von ungefähr, dass wirtschafts- und parteinahe Stiftungen, aber auch die Parteien selbst Digitalisierungskongresse ausrichten. Auf einem dieser Kongresse war ich heute zu Gast, um aus mediendidaktischer Sicht über Herausforderungen für Bildung und Hochschulen im Kontext der Digitalisierung zu sprechen (zum Kongress, zu meinen Folien). Aus zwei Gründen finde ich solche Gelegenheiten anregend: Erstens tragen sie dazu bei, dass der Austausch zwischen Wissenschaft und Politik intensiviert wird. Zweitens würde ich gerne einen Beitrag dazu leisten, dass die Debatte über Hochschul- und Mediendidaktik, passende pädagogische Konzepte, aber auch den „analogen“ Kern von Hochschule, wie es im Workshop hieß, in Gang kommt. Beides ist m.E. durch die Impulsbeiträge und die anschließende, gebündelte Diskussion gut gelungen: So wurde deutlich, mit welch zeitlicher Verzögerung politische Debatten im Vergleich zum wissenschaftlichen Diskurs mitunter geführt werden. Auch das historisch bedingte Miss-Verhältnis von Technologie und Pädagogik zeigte sich einmal mehr. Wie die wissenschaftlichen Impulse nun aber zur politischen Diskussion genutzt werden, obliegt der Politik selbst.

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OER-Workshop auf der #gmw15

In den letzten Jahren ist es Usus geworden, aktuelle Themen aus der hochschul- und mediendidaktischen Diskussion vorstandsseitig aufzugreifen und zum Gegenstand eines Workshops auf der Pre-Conference der GMW zu machen. Es dürfte daher nicht allzu sehr überraschen, dass der diesjährige Workshop die jüngste OER-Diskussion aufgreift und – so vermute ich – die (vorwiegend politische) Debatte um MOOCs im Hochschulbereich weiterführt.

Aus dem Inhalt des Workshops:
„In dem Workshop werden Erfolgsfaktoren und Hindernisse bei der Nutzung und Bereitstellung von OER wie z.B. Anreize und Nutzungspraktiken beleuchtet sowie Beispiele entsprechender Aktivitäten an Hochschulen vorgestellt und diskutiert. In Impulsreferaten erfolgt eine Beleuchtung relevanter Facetten von OER: Politische Rahmenbedingungen, die OER-Nutzung in anderen Bildungssektoren und die Situation an den Hochschulen selbst. Dabei wird auch die Frage nach einer Open-Content-Strategie für Hochschulen gestellt und in diesem Kontext die Rolle von Akteuren wie z.B. Bibliotheken und Multimedia-, Medien-, Rechen- und E-Learning-Zentren betrachtet.“

Der Workshop findet am 1.9.2015 von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr statt. Mitdenker_innen sind herzlich willkommen (auch vorbereitend oder nachträglich im digitalen Tagungsband)!

Quelle:
Bremer, C., Ebner, M., Hofhues, S., Köhler, T., Ließner, A., Lorenz, A. & Schmidt, M. (2015). Open Educational Resources und ihre Rolle an Hochschulen: Rahmenbedingungen für die Erzeugung, Bereitstellung und Nutzung. In N. Nistor & S. Schirlitz (Hrsg.), Digitale Medien und Interdisziplinarität. Herausforderungen, Erfahrungen, Perspektiven. Reihe Medien in der Wissenschaft (S. 291–294). Münster: Waxmann.

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Neue Aufgaben: Wechsel auf die Juniorprofessur für Mediendidaktik/Medienpädagogik

Während an der ZU die Vorbereitungen für die Erstsemesterwoche auf Hochtouren laufen, habe ich mich dort bereits ausgeklinkt – und das nicht ohne Grund. Ab morgen werde ich mich neuen Aufgaben auf der Juniorprofessur für Mediendidaktik/Medienpädagogik an der Universität zu Köln widmen. Auch wenn Wechsel immer Wandel bedeutet und man sich an eine neue Umgebung in jeder Hinsicht gewöhnen muss, freue ich mich auf den Wechsel in die alte Heimat NRW sehr. Zurück blicke ich auf eine Zeit, die vor allem eins war: spannend, lehrreich und emotional. Aus diesem Grund werde ich meine knapp zwei Jahre an der ZU sicher nicht vergessen und ich hoffe, über die Einbindung in die Veranstaltung „Arbeitstechniken forschenden Lernens“ ihr noch ein wenig verbunden zu bleiben. Ab morgen wird jedoch von anderer Stelle berichtet: erst einmal von der Jahrestagung der GMW, die bis Freitag in München stattfindet, und dann – sukzessive – aus Köln und Umgebung.

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