Sommersemester und Sendepause

Mit dem Zurückdatieren von Beiträgen habe ich es nicht so. Aber eigentlich wäre es dafür an der Zeit, denn: Das Semesterende liegt inzwischen zwei Wochen zurück. Dennoch will ich an dieser Stelle eine kurze Notiz zum Sommersemester hinterlassen, war es doch für mich ein abwechslungsreiches zweites Semester in Köln. Gerade die Lehrveranstaltungen haben mich in diesem Semester herausgefordert. U.a. galt es, zwei komplexe inhaltliche Überlegungen ins Korsett einer semesterweisen Lehrveranstaltung zu gießen und zu planen. Herausgekommen sind eine problem- und eine forschungsorientierte Veranstaltung. Beide mit Fokus Medien, klar.

Die Seminare hätten unterschiedlicher kaum ausfallen können, da in der problemorientierten Variante primär offene Bildungsressourcen (OER) produziert werden sollten. Das Setting war entsprechend so angelegt, dass am Ende „etwas rauskommt“ (siehe OER-Blog). In der forschungsorientierten Veranstaltung ging es darum, eigenen Forschungsfragen innerhalb zweier (formaler und informeller) Kontexte nachzugehen (siehe Kontexte-Blog). Das Ende war hier, wenn man so will, offen: Natürlich kann ich Forschungsergebnisse nicht in gleicher Form vordefinieren, wie dies bei Medienprodukten der Fall ist. Dennoch haben beide Lehrveranstaltungen eine Gemeinsamkeit: Sie haben Studierende dazu angeregt, sich selbst Gedanken zu machen, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen und ihre Ergebnisse selbst zusammenzustellen und schließlich zu präsentieren. Kein Wunder, dass es für viele Studierende im OER-Seminar als riesige Wertschätzung empfunden wurde, dass gleich sechs Jury-Mitglieder „für sie“ zu Gast waren. Dass mir solche Veranstaltungen mit anderen auch viel Spaß machen, sei nur nebenbei bemerkt. Ein großer Dank daher an alle Mitwirkenden.

Auch sonst laufen die Aktivitäten in Köln langsam an. Projekte und Projektvorhaben mehren sich genauso wie die internen Aufgaben. Aber das ist auch ganz normal, denn die „Schonfrist“ des ersten Semesters ist lange passé. Besonders freue ich mich daher, dass ich im Sommersemester viele weitere Kolleg*innen kennenlernen konnte und sich so manche Idee für Kooperationen ergeben hat – nicht zuletzt im Forschungskolloquium Medienpädagogik, das ich grandios fand und wo ich auf Weiterführung mit den Kolleg*innen der TH hoffe.

Ganz praktisch werde ich ab dem nächsten Semester an der Universität zu Köln u.a. die Online-Vorlesung Unterrichten übernehmen, die – unter mediendidaktischen Gesichtspunkten – einer dringenden Rekonzeption bedarf. Grund hierfür ist die Abschaffung der Anwesenheitspflicht in Köln/NRW, die massive Auswirkungen auf Prüfungen bzw. erlaubte Assessmentformen hat. Aktuell werden noch zwei Artikel finalisiert, bis ich dann endlich in die Sommerpause gehen darf.

Mit der GMW’16 melde ich mich Ende August aus Innsbruck zurück. Bis dahin habe ich (vielleicht ;-)) auch den Tagungsband gelesen.

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Immer einen Plan B zur Hand #innolehre

Mal fällt spontan der Beamer aus, wie beim Symposium zu Innovationen in der Lehre an der Universität zu Köln (Programm-Flyer). Mal möchte die Blogfarm nicht, wie ich es für meine aktuellen Seminare gerne hätte. Beides zeigt exemplarisch, was im Kontext von (digitaler) Lehre besonders wichtig ist: nämlich immer einen Plan B zur Hand zu haben. Beim Symposium bestand dieser in der vorgezogenen Pause, um der internen Vernetzung von Lehrenden besonders viel Raum zu geben, vor allem aber das Beamer-Problem zu lösen. Im Seminar poste ich stellvertretend für die Studierenden ihre Blogbeiträge, was nicht ganz im Sinne der Erfinderin ist. Immerhin erhalten die Studierenden so aber Einblick in die Arbeitsstände der anderen Gruppen, was Ziel der Aufgabe der Berichterstattung war/ist. Wim Gijselaers von der Universität Maastricht sprach in seiner Keynote übrigens auch von der Notwendigkeit eines Plan Bs: Mit der Lehre sei es ähnlich wie mit der Deutschen Bahn. Man verfolge einen Plan und doch komme es zu Verzögerungen. Auch wenn an der einen oder anderen Stelle die Analogie mit der Bahn hinkte (z.B. als es um die Zweiklassengesellschaft in Bezug auf Präsenz- und Online-Lehre ging), funktionierte sie für den Vortrag und das Symposium prächtig. Im Verlauf des Nachmittags bis zur anschließenden Podiumsdiskussion wurde sie immer wieder bemüht oder dankend aufgegriffen.

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Ausflug nach Königswinter (mit Vortrag)

Wahrscheinlich sind es die bunten Fragen und Diskurse, die mich immer wieder zu „Ausflügen“ in andere Disziplinen ermuntern. So kam es, dass ich gestern und heute im 38. Universitätsseminar des Instituts für Wirtschaftspolitik an der Universität zu Köln mit einem Impuls zu „Offen, kollaborativ, vernetzt. Bildung im ‚digitalen Zeitalter’“ zu Gast war (zu den Folien). Inhaltlich ging es dabei darum, das Thema und aktuelle Fragen überhaupt erst einmal aufzureißen und allerhand Anknüpfungspunkte aus betriebs- und volkswirtschaftlicher Sicht aufzuzeigen. Es kommt daher nicht von ungefähr, dass wir viel über die Open-Debatte und mögliche Auswirkungen gegenwärtiger Forderungen für die Gesellschaft/Volkswirtschaft gesprochen haben. Auch kamen die unterschiedlichen Dimensionen und Ebenen von Bildung (und Politik) immer wieder zur Sprache.

Hängen bleiben wird sicherlich, warum ich die Teilnehmenden unter dem Hashtag #dialog16 zum Twittern animiert habe. So ging es ‚en passant‘ um veränderte (mediale) Handlungspraktiken, um öffentliche Wissenschaft und nicht zuletzt um Medienkompetenzen. Auch wenn ich nur einen kleinen Teil des Gesamtprogramms zur digitalen Ökonomie miterleben konnte, hat mir der Ausflug nach Königswinter in das (katholische) Haus Marienhof viel Spaß gemacht. Und die Diskussion geht weiter, Twitter sei Dank.

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Rückblick: #JFMH16

Fünf Jahre nach dem ersten ‚Jungen Forum‘ war es am letzten Wochenende wieder soweit: Das JFMH16 (= Junges Forum Medien und Hochschulentwicklung) fand statt. Nach einem Jahr Abstinenz hatte ich dieses Jahr die Gelegenheit hinzufahren – nicht zuletzt aufgrund der Überredungskunst von Mit-Ausrichter Franco Rau, der mich durch die Einbindung als Diskutantin doch zum Fahren bewegt hat.

Inhaltlich fand ich die Schwerpunktsetzung des JFMH16 ohnehin sehr interessant und gelungen: Mit dem Titel „die vermessen(d)e Bildung“ wurde ein Feld in Hochschul- und Mediendidaktik adressiert, das m.E. zu wenig diskutiert wird. So lernten wir schnell, was ‚theoretisch‘ (also vor allem technisch oder lehr-lernpsychologisch) hinsichtlich automatisierter Erhebungs- und Messverfahren alles möglich ist. Eine angeregte Diskussion schloss sich an. Die Sessions waren dann darauf angelegt, bestimmte Tendenzen in Wissenschaft und Technologie zu hinterfragen – am Beispiel der Einreichungen der Teilnehmenden selbst. Ich hatte das Glück, der Learning-Analytics- bzw. E-Portfolio-Session beizuwohnen und hier mit den Vortragenden über technische Entwicklungen (z.B. Curriculum-Crawler) und über Grenzen von Technologie (z.B. durch das Rekurrieren auf das Humboldt’sche Bildungsverständnis) zu diskutieren. In dieser Session entstanden (auch) ganz neue Projektideen, was einmal mehr Ausdruck der tollen Atmosphäre auf dem JFMH ist. Den ersten Tag rahmte – zumindest für mich – die Keynote von Thomas Damberger, der sich dezidiert dem Phänomen des „Quantified Self“ widmete. In der anschließenden Diskussion hieß es dann so schön: Der Vortrag machte jede Menge Türen auf. Mir ging es ähnlich, zumal ich viele Passungen zu seinem älteren Artikel zur Halbmedienkompetenz (wieder) entdeckt habe (siehe Blogpost von damals).

Alles in allem hat mir das Junge Forum in diesem Jahr sehr gut gefallen, auch wenn ich nur einen Tag dabei sein konnte und von Zeit zu Zeit als ‚alte Häsin‘ bezeichnet wurde. Ein ganz neues Gefühl.

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Bücherschau: Forschendes Lernen mit digitalen Medien

In den letzten Wochen sind zwei lesenswerte Bücher veröffentlicht worden, die sich auf unterschiedliche Weise (auch) mit medien- und hochschuldidaktischen Themen befassen. Das Buch „Forschendes Lernen 2.0“ ist aus meiner Sicht interessant, weil es den geisteswissenschaftlichen Zugang zu einem sozialwissenschaftlich dominierten Thema wagt. Auf diese Weise werden nicht nur Brücken zwischen unterschiedlichen Zugängen zum forschenden Lernen gebaut; es werden zugleich andere Fragen als sonst gestellt (und ihnen nachgegangen). Umso mehr freue ich mich, dass ich zusammen mit Michelle Mallwitz einen (kleinen) Beitrag zu diesem Buch leisten konnte – einen Text, überschrieben mit „forschendes Lernen zu Ende denken“. Wer mich kennt, weiß genau, was man in dem Text finden wird: U.a. beschäftigt sich der Artikel damit, wie man studentisches Publizieren als Teil forschenden Lernens begreifen könnte. Der Artikel ist für mich sehr aktuell, da sich gerade in Köln eine hochschulübergreifende Initiative zum studentischen Publizieren bildet. Darüber hinaus wird im Artikel skizziert, wie man Forschungsorientierung in Vorlesungen umsetzen könnte (ähnlich Gabis Beispiel „Kino fällt aus“) und welche Bedeutung studentische Forschungsprojekte im Kontext forschenden Lernens haben. Entsprechend geht es einerseits normativ um das „Zu Ende Denken“ forschenden Lernens, da man Studierenden ihre eigene Forschungstätigkeit in allen Lehr-Lernszenarien auch zutrauen muss. Andererseits zeigt der Beitrag auf, dass eine Kopplung mit entsprechenden Prüfungsordnungen und -szenarien unerlässlich ist. Das weiß jede*r Hochschullehrer*in aus der eigenen Lehrpraxis; die Umsetzung entsprechender Studien- und Prüfungsordnungen kommt aber nicht selten einer Sisyphos-Arbeit gleich. Ein anderes Buch, das kürzlich in Printform erschienen ist, lautet Handbuch „Informelles Lernen“. Über meinen Artikel in diesem Handbuch habe ich schon einmal berichtet, da er nach dem Beitrag informellen Lernens mit digitalen Medien in der Hochschule fragt. Auch wenn beide Beiträge in unterschiedlichen Herausgeberbänden erschienen sind, hängen sie doch zusammen: Während im ersten Beitrag vor allem die formale Seite des Studiums betrachtet wird, stehen im zweiten Beitrag letztlich eher sozialisatorische Fragen des Studierens (mit Medien) im Vordergrund. Zusammenhänge wie die skizzierten findet man zwischen Kergel/Heidkamp (2016) und Rohs (2016) zahlreich. Nicht zuletzt deswegen wünsche aufschlussreiche Lektüren zwischen dem formalen Lernen hier und dem informellen Lernen da.

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Abgeschlossenes Buchprojekt: Lern- und Bildungsprozesse gestalten #JFMH13

Der Tagungsband zum Jungen Forum Medien und Hochschulentwicklung (JFMH13) in Potsdam ist soeben als Open Access-Publikation erschienen. Auf diesen Kraftakt ein kurzes Yeah!

Hintergrund: Auf die Publikation haben wir sehr lange gewartet und über das Publizieren im Prozess sehr viel gelernt: Angefangen beim Mentoring-Prozess ‚hinter‘ der Buchpublikation über das Erscheinen des Buchs in der GMW-Reihe bis hin zu individuellen Zeitbudgets der Herausgeber*innen. Umso glücklicher sind wir jetzt, das Buch – zumindest virtuell – in Händen zu halten.

Ich wünsche viel Freude bei der Lektüre!

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Neu: Medienpädagogisches Forschungskolloquium #MPFK16

Über die Veranstaltungen in der grundständigen Lehre hinaus erproben wir ab dem Sommersemester ein weiteres (Lehr-)Format: das medienpädagogische Forschungskolloquium. Ziel des medienpädagogischen Forschungskolloquiums ist es, den wissenschaftlichen Austausch über aktuelle Themen und Fragestellungen am Standort Köln zu verbessern. Ausgangspunkt für das Kolloqium bilden daher alle Promotions- und Habilitationsvorhaben, die an den beteiligten Professuren angesiedelt sind. Überdies werden gegenwärtige Forschungsprojekte und -vorhaben diskutiert bzw. analysiert. Besonders ist sicherlich der hochschulübergreifende Zugang des Kolloquiums: So beteiligen sich insgesamt sechs Professor*innen aus Universität zu Köln und TH Köln daran.
Weitere Informationen finden sich im #MPFK16-Blog – ebenso wie Termine, Ansprechpartner*innen und was es ’sonst so’ über das medienpädagogische Kolloquium zu wissen geben könnte.

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Semesterbeginn #UzK

Seit zwei Wochen laufen die Veranstaltungen des Sommersemesters. Ich selbst biete im SoSe zwei Lehrveranstaltungen in der grundständigen Lehre der Universität zu Köln (UzK) an. Ausgehend vom interdiszipilinären Bachelor- (und bald Master-) Studiengang Intermedia sind diese Veranstaltungen auch für andere Studiengänge geöffnet (z.B. Erziehungswissenschaft, Frühförderung, Bildungswissenschaften). Kern beider Veranstaltungen sind ‚typische‘ mediendidaktische Herausforderungen und Probleme:

  • Die eine Veranstaltung nimmt speziell die Gestaltung und Produktion digitalen Lernmaterials in den Blick, wobei mir die Diskussion über und mit OER in diesem Seminar besonders wichtig ist. So ist Ziel der Veranstaltung, sich kritisch mit der gegenwärtigen Lernmaterialgestaltung auseinanderzusetzen, die OER-Debatte in Bezug zu anderen, eher schulpädagogischen Diskursen der Lernmaterialproduktion zu setzen und über die Analyse hinaus selbst Lernmaterial für einen frei gewählten, formalen oder informellen Kontext zu gestalten.
  • Die Kontexte sind es auch, die im Fokus meiner zweiten Lehrveranstaltung stehen: Im Fokus der (eher) forschungsbasierten Veranstaltung steht das Analysieren und Hinterfragen eines formalen und eines informellen Kontexts. Jeweils die Hälfte des Seminars setzt sich mit dem einen (bzw. dem anderen) Kontext auseinander, sodass alle wechselseitig von den Ergebnissen profitieren und sich wichtige Fragen bzgl. der Kontext-Gestaltung aus dem kontrastierenden Vorgehen ergeben.

Auf beide Lehrveranstaltungen freue ich mich sehr, weil sie inhaltlich aktuelle mediendidaktische Fragestellungen aufgreifen und Studierende durch ihr eigenes Tun zum Fragen (und damit Forschen) anregen. Die Seminare werden überdies durch Blogs begleitet, die – wie gewohnt – öffentlich zugänglich sind und von außen verfolgt werden können (zum Kontext-Blog; zum OER-Blog). Über Kommentare zu den einzelnen Blog-Beiträgen und Feedback jeder Art freuen wir uns natürlich sehr.

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Rückblick: Fachtag „Medienarbeit mit geflüchteten Menschen“

Wie man die aktuelle Flüchtlingssituation bewältigen kann, beschäftigt derzeit nahezu jede/n. So war es sicherlich kein Zufall, dass (im engeren Sinne) drei der acht Projekte in meiner Lehrveranstaltung „Professionelle Aspekte der Medienpädagogik“ im Wintersemester 2015/16 Medienprojekte für und mit geflüchteten Menschen zum Gegenstand hatten. Zwei der Medienprojekte sollen im Nachgang sogar umgesetzt werden. Das Seminar, aber auch Möglichkeiten zur Gestaltung von Medienprojekten für und mit geflüchteten Menschen standen Donnerstag auch im Mittelpunkt des Fachtags „Medienarbeit mit geflüchteten Menschen“. Er wurde organisiert von der Sparkassen-Stiftung Köln-Bonn, der Stadt Köln bzw. der VHS sowie dem Netzwerk Lernende Region.

Nach einem nachdenklichen Grußwort der Dezernentin für Bildung, Jugend und Sport der Stadt Köln hatte ich die Gelegenheit, die Tagung thematisch-inhaltlich zu eröffnen. Ausgehend von mehreren Beispielen war es Ziel meines Vortrags, eine Sortierung bisheriger Flüchtlingsprojekte mit Medienbezug vorzunehmen und letztlich zwei Aspekte aus theoretisch-konzeptioneller Sicht anzustoßen: 1) eine reflektierte(re) Praxis in der Gestaltung von Medienprojekten sowie 2) Zusammenarbeit der unterschiedlichen Akteure, insbesondere aus/zwischen Wissenschaft und Praxis (siehe Folien).

Auf meinen Vortrag folgten zwei weitere wissenschaftliche Impulse: Vassilis Tsianos berichtete als Soziologe von Informations- und Kommunikationswegen auf der Flucht – und zeigte „nebenbei“ den Wert von Grounded Theory auf. Christine Horz bot als Kommunikationswissenschaftlerin einen empirisch fundierten Einblick in ihre Forschung zu offenen Kanälen und schloss so den Kreis speziell zur aktiven Medienarbeit. Diese zielt schließlich immer auf das Erzeugen von (Gegen-)Öffentlichkeit ab. Nach der Mittagspause wurde in Workshops an konkreten Flüchtlingsprojekten (weiter-)gearbeitet, die ich leider aus Zeitgründen nicht besuchen konnte. Die insgesamt 180 Teilnehmenden deuten aber auf ein großes Interesse aus der Praxis und auf einen Bedarf an professioneller Unterstützung hin.

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Rückblick: #dgfe16

Eine der größten erziehungswissenschaftlichen Tagungen ist schon wieder vorbei: der DGfE-Kongress zum Thema „Räume für Bildung. Räume der Bildung“, der in der letzten Woche vier Tage lang in Kassel stattfand. Auf dem DGfE-Kongress besteht traditionell ein großes Angebot an (Weiterbildungs-)Möglichkeiten, über die man vor Ort kaum einen Überblick behalten kann. So war ich recht froh über das ausgedruckte Tagungsprogramm, in dem ich – ganz klassisch – interessante Veranstaltungsbestandteile markieren konnte. Gleichzeitig wurde mit dem ersten Blick ins Programm schon klar, dass es kaum die Chance geben würde, an allen interessant klingenden Arbeitsgruppen oder Symposien teilzunehmen. Gerade am Dienstag-Nachmittag lagen viele Angebote parallel, die ich aufgrund meiner eigenen Eingebundenheit in die Arbeitsgruppe mit Sandra Aßmann, Klaus Rummler und Judith Seipold gar nicht erst besuchen konnte.

Das verbindende Element der von mir besuchten Slots waren sicherlich „die Medien“:

Angefangen bei einem Panel am Montag, wo es vor allem um die (öffentliche) Darstellung von Wissenschaft und (erziehungs-)wissenschaftlichen Erkenntnissen in den Massenmedien ging, über die eigene Arbeitsgruppe zu „Medienpädagogik und ‐didaktik in Zeiten veränderter Lern‐ und Bildungskulturen“ bis hin zu weiteren (eher) medienpädagogischen Arbeitsgruppen und Symposien, die jeweils eigene Fragen im Zusammenhang mit dem Tagungstitel in den Vordergrund rückten.

In den einzelnen Veranstaltungen wurde nochmals deutlich, dass es auch in Medienpädagogik und -didaktik eine umfassende Diskussion um den Begriff der (medialen) Bildungsräume gibt, diese aber in unterschiedlicher Weise für eigene Forschungsarbeiten aufgegriffen wurden und werden. Jüngere, insbesondere anglo-amerikanische Ansätze werden – mit Ausnahme der PLE-Diskussion – wenig rezipiert. Überdies feststellen ließen sich unterschiedliche Zugänge zur Rolle der Medien und Bildungstechnologien: Wird eher euphorisch mit ihnen umgegangen und von ihrer Wirksamkeit in Konzepten, Modellen oder Theorien ausgegangen? Oder wäre es an der Zeit, eine technologisch-integrative Position zu vertreten? Die Bedeutung der Mediendidaktik wäre in dieser Lesart irgendwo zwischen stark und äußerst ungewiss. Es lohnt sich also, hier im Nachgang näher hinzuschauen.

Persönlich blicke ich zurück auf einen anregenden Kongress und viele Gespräche zu o.g. Themen- und Fragestellungen. Auch habe ich sicherlich genügend Stoff zum Weiterdenken, der noch zusammen mit unserer Arbeitsgruppe verschriftlicht wird. Dazu an anderer Stelle mehr.

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